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Johanna Schendel (geb. Hirsch)

Stolperstein für Johanna Schendel - Foto: Stolpersteingruppe Pankow
VERLEGEORT
Hallandstraße 12

BEZIRK/ORTSTEIL
Pankow – Pankow
VERLEGEDATUM
04.08.2011

GEBOREN
22.10.1885 in Berlin
DEPORTATION
am 09.12.1942 von Große Hamburger Straße 26 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Johanna Hirsch wurde am 22. Oktober 1885 in Berlin geboren. Sie war die Tochter von Rebecka Hirsch (4.11.1861- 29.01.1943 Theresienstadt), die nicht weit von ihr entfernt, in der Borkumstraße 5, lebte. Johanna muss noch eine Schwester mit Namen Berta gehabt haben. Ihr Vater ist wohl schon früh gestorben.

Johanna heiratete Walter Schendel (*12.06.1892) und wohnte zusammen mit ihm in Berlin-Pankow, in der Prinz-Heinrich-Straße 5. Über ihr Leben dort ist leider nichts bekannt. Die Familie ist von 1918 bis 1943 im Berliner Adressbuch, immer mit der gleichen Adresse, verzeichnet. Bis 1938 war die Adresse Prinz-Heinrich-Straße 5, danach erfolgte eine Straßenumbenennung, auch mit anderer Nummerierung, in Hallandstraße 12.

Auch wenn Johanna und Walter Schendel fünfundzwanzig Jahre lang im gleichen Haus wohnten, wurde ihr Lebensraum während der Nazizeit immer weiter eingeschränkt. Zuletzt verblieb ihnen laut „Vermögensverwertungsstelle“ nur noch eine Stube mit Korridor. Frau Ida Schmitz, Hausverwaltungen Berlin, schreibt an den Oberfinanzpräsidenten: „In dem von mir verwalteten Hause Berlin-Pankow, Hallandstraße 12, ist am 5. Dezember 1942 durch Evakuierung der Mieter Schendel die Einzimmerwohnung freigeworden, die Räumung erfolgte am 19.2.1943. Die Miete beträgt monatlich RM 26,29. Schönheitsreparaturen gehen zu Lasten der Mieter. Ich bitte um Überweisung der Miete ab einschließlich Dez. 1942 auf mein Postscheckkonto ….“.

Am 9. Dezember 1942 wurden Johanna Schendel und ihr Mann, von der Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 aus, mit dem „24. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert. Dieser Transport kam am 10. Dezember 1942 mit 1060 jüdischen Männern, Frauen und Kindern im KZ Auschwitz an. Aus diesem Transport wurden nach der Selektion 898 Menschen in den Gaskammern ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Stolpersteingruppe Pankow