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Rosalie Singer (geb. Bormann)

Stolperstein für Fritz Singer (Bild: Projekt Stolpersteine)
Stolpersteine Karl-Hofer-Straße-10 (Bild: Projekt Stolpersteine)
VERLEGEORT
Karl-Hofer-Straße 35

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Zehlendorf
VERLEGEDATUM
19.06.2018

GEBOREN
09.03.1887 in Łódź
VERHAFTET
am 26.10.1943 in GESTAPO Hamburger Straße
DEPORTATION
am 26.10.1943 nach Ravensbrück
ERMORDET
1943 in Ravensbrück

Fritz Singer wurde am 08.02.1887 in Prag in Böhmen, damals Teil des Kaiserreichs Österreich-Ungarn, geboren. Er war jüdischen Glaubens. Seine Eltern hießen Bernard Singer und Anna Singer geborene Wiess.
Fritz Singer war eines von fünf Kindern. Seine Geschwister waren:
a) Ellen Dalossy geborene Singer, ausgewandert nach Stockholm / Schweden.
b) Carl lsedor Singer, geboren am 20.01.1882 in Ungarn, verstorben am 25.09.1960 in Berlin-Wittenau.
c) Ernst Singer, geboren am 15.1 1 .1891 in Böhmen. Er war verheiratet mit Alice Singer und hatte drei Kinder Dagmar Pollay geborene Singer, Edgar Singer und Beatrice Savage geborene Singer. Sie sind 1939 nach Amerika ausgewandert. Ernst Singer ist am 25.07.1969 in San Francisco verstorben.
d) Siegfried Singer, Geburtsdatum unbekannt, war verheiratet mit Adele Singer geborene Kreysler, geboren am 17.08.1891 in Prag. Sie hatten drei Kinder Siegfried Gerhard Singer, Harald Herbert Ernst Singer und Eva Ruth Zeilinger geborene Singer. Adele Singer ist am 27.10.1957 in Berlin und Siegfried Singer ist am 01.04.1971 ebenfalls in Berlin verstorben.

Fritz Singer lebte in Berlin und war verheiratet mit Rosalie Singer geborene Piermann (oder Bormann), geboren am 09.03.1887 in Lodz in Polen. Sie war ebenfalls jüdischen Glaubens. Am 20.09.1922 kam ihre Tochter Marion in Berlin zur Welt.
Sie wohnten in der Flensburger Straße 35 (heue Karl-Hofer-Straße 35) in Berlin-Zehlendorf. Sie bewohnten eine geräumige 4-Zimmer-Wohnung mit Bad. Die Wohnung lag im Parterre der Villa und hatte ca. 112 qm Wohnfläche.
Fritz Singer hatte in der Lutherstraße in Berlin-Wilmersdorf einen Buchdruckereibetrieb, welcher aus drei großen Räumen bestand. Er beschäftigte in seinem Betrieb drei bis vier Mitarbeiter.
Seine Frau Rosalie war sehr wohlhabend, hatte studiert und ein Lehrerinnen-Diplom als Sprachlehrerin abgelegt. Ende Januar 1941 kauften die Gastwirte Albert und Anna Mochow die Villa in der Flensburger Straße 35.
Fritz hatte mit seiner Familie oft Reisen unternommen.

Am 23.10.1943 wurden Fritz, Rosalie und Marion Singer von der Gestapo in das Sammellager in der Großen Hamburger Straße verbracht. Von dort aus wurden Rosalie und Marion am 26.10.1943 mit einem ,,Sondertransport von 45 Ausl. Juden" in das Konzentrationslager Ravensbrück deportiert.
Fritz Singer wurde am 27 .10.1943 in das Konzentrationslager Buchenwald,,eingewiesen". Er bekam die Häftlingsnummer 30241 und in den Judenstern den Vermerk,,Tü", als Hinweis auf seine türkische Staatsangehörigkeit.
Aus seiner Krankenkarte des Konzentrationslagers ergibt sich, dass Fritz Singer am 17.03.1945 wegen Herzschwäche 5 Tage ,,Schg." (wahrscheinlich Schonung) erhalten hat, also noch gelebt haben muss, rund 3 Wochen vor der Befreiung des Konzentrationslagers Buchenwald durch die Amerikaner.
Der genaue Todestag ist nicht bekannt.
Ebenso sind die genauen Todesumstände und Todesdaten von Rosalie und Marion Singer nicht bekannt.


Biografische Zusammenstellung

Theodor Thur - Auszug aus der Jahresarbeit in der 8. Klasse an der Emil-Molt-Schule Berlin im Schuljahr 2018.