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Etta Ottilie Veit Simon

Stolperstein Etta Ottilie Veit Simon © OTFW
VERLEGEORT
Hindenburgdamm 11

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Lichterfelde
VERLEGEDATUM
16.10.2014

GEBOREN
29.08.1918 in Berlin
ZWANGSARBEIT
bei
Zeiss Ikon
DEPORTATION
am 07.07.1942 nach Theresienstadt
ÜBERLEBT

Etta Ottilie wurde am 29. August 1918 in Berlin geboren. Ihre Eltern waren Dr. Heinrich Veit Simon und dessen nicht jüdische Frau Irmgard, geb. Gabriel. Etta hatte noch fünf Geschwister: Harro Herman (*1911), Ruth Agnes (*1914), Ulla Phillipine (*1915), Rolf Gabriel (*1916) und Judith Leonore (*1925).

Die Geschwister Harro, Ulla und Judith konnten rechtzeitig emigrieren. Etta Ottilie musste gemeinsam mit ihrer Schwester Ruth musste Etta Ottilie Zwangsarbeit bei der Firma Zeiss-Ikon in Zehlendorf leisten. Beide planten mit gekauften belgischen Papieren ihre Flucht aus Deutschland. Sie wurden jedoch offenbar denunziert und verhaftet - die Ausreise war nun unmöglich geworden. Auch ihr Vater wurde bei dieser Gelegenheit verhaftet und starb im Zuge der Verhöre im Mai 1942.

Etta und ihre Schwester Ruth wurden am 7. Juli 1942 mit dem 16. Theresienstadt-Transport deportiert. Ihr Bruder Rolf wurde von den Niederlanden aus nach Auschwitz gebracht und dort ermordet.
Im Oktober 1942 wurden die Mutter ihres Vaters - Hedwig Simon - und ihre Tanten - die Schwestern Katharina und Eva Simon - die ebenfalls im Haushalt am Hindenburgdamm lebten, nach Theresienstadt deportiert.
Etta scheint wie ihre Schwester Ruth eine künstlerische Begabung gehabt zu haben und in Theresienstadt an der Theatergruppe beteiligt gewesen zu sein.

Etta überlebte als einzige der deportierten Familienmitglieder das Lager. Nach dem Krieg ging sie in die USA, wo auch ihre Schwester Judith wohnt. Sie heiratete 1952 Erwin Japha und wurde Mutter einer Tochter und von zwei Stiefkindern. Hochbetagt starb sie mit 90 Jahren in Seattle, Washington.


Die Schwestern des Vaters Heinrich Veit Simon - Eva und Katharina Veit Simon - bauten in Gransee ein Obstgut auf und führten dieses Unternehmen selbst und erfolgreich.
Für sie wurden am 6. September 2017 Stolpersteine in Gransee am Tor zum Katharinenhof unter Anteilnahme der angereisten Familie verlegt. Der Katharinenhof wurde 1912/13 am Meseberger Weg in Gransee für Katharina Simon erbaut (Architekt: Alfred Breslauer).

1938 wurden sie vom Hof vertrieben und gingen zur Mutter nach Berlin, die damals noch in der Gelfertstr.47 lebte. Bereits 1939 zogen die drei Frauen zur Familie ihres Bruders Heinrich Veit Simon nach Lichterfelde, Hindenburgdamm 11. Am 3. Oktober 1942 wurden die Schwestern und die Mutter Hedwig nach Theresienstadt deportiert, wo Hedwig starb. Eva und Katharina Simon wurden 1944 weiter deportiert nach Auschwitz und dort ermordet.

Ergänzung von Dagmar Poetzsch und Sabine Davids

Biografische Zusammenstellung

Initiative Steglitz nach Angaben eines Neffen, Herrn John Veit-Wilson