Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Anna Wurzel

VERLEGEORT
Bürgerstraße 57 A

BEZIRK/ORTSTEIL
Neukölln – Britz
VERLEGEDATUM
09.09.2017

GEBOREN
03.09.1896 in Tarnau / Tarnów
BERUF
Tabakwarenhändlerin
DEPORTATION
am 19.02.1943 von Hirtenstraße 1-2 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Anna Wurzel wurde am 03.09.1896 in Tarnów, im Kreis Krakau in Galizien, geboren. Sie war die Tochter von Samson Baruch und Sara Wurzel. Sie hatte zwei Brüder: Der ältere, dessen Name nicht mehr ermittelt werden kann, soll im Ersten Weltkrieg als Offizier gefallen sein. Der jüngere, Josef, starb wahrscheinlich vor 1943 in einem Lager bei Krakow.
In Berlin betrieb Annas Vater ein Tabakwarengeschäft. Vermutlich half sie ihm bei der Geschäftsführung. Am 09.11.1938 zerstörte die SS Samson Wurzels Geschäft. Es wurde gnadenlos ausgeplündert und die Scheiben eingeschlagen.
Im September 1942 zog Anna kurzzeitig in die Hirtenstr. 1-2 zur Untermiete bei einer Frau Steinberg – vielleicht fühlte sie sich aber auch dazu gezwungen. Die Straße befand sich nämlich im ehemaligen Scheunenviertel. Freiwillig sind Juden um 1943 jedenfalls eher nicht dorthin gezogen, da es von dort meist direkt zur Deportation ging. Dort wurden gezielt jüdische Menschen angesiedelt und vorsorglich gesammelt. Anna Wurzel wurde wenig später, am 19.02.1943, mit dem 29. Transport nach Auschwitz-Birkenau deportiert, konnte sich von da an also nicht mehr um ihren kranken Vater kümmern, welcher noch bis Ende Mai 1943 im Krankenheim in der Elsässerstr. 85, der heutigen Torstraße, lag.
Anna Wurzel war nie verheiratet und soll in Auschwitz umgekommen sein, das genaue Todesdatum lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Vielleicht hat man sie kurz nach der Ankunft getötet, vielleicht hat sie noch einige Monate unter härtesten Bedingungen überlebt, wir wissen es leider nicht, da alle Aufzeichnungen damals vernichtet wurden und auch über sie keine Akten mehr existieren.


Biografische Zusammenstellung

Karin Kuhrt

Weitere Quellen

Jüdischer Friedhof Weißensee, Berlin
Gedenkstätte Theresienstadt (Terezin)
Bürgerverein Berlin Britz e. V.
Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam
Jüdisches Adressbuch von 1931
Transportlisten Bundesarchiv Online
Schmiedecke, Ralf: Als in Rixdorf noch Musike war, Erfurt 2013.
Kolland, Dorothea (Hrsg.): „Zehn Brüder waren wir gewesen…“ Spuren jüdischen Lebens in Neukölln, Berlin 2012.