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Netty Isak (geb. Gehl)

VERLEGEORT
Schwedter Straße 22

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte

GEBOREN
15.04.1893 in Tarnów
DEPORTATION
im August 1942
ERMORDET
31.07.1942

Netti Isak, geborene Gehl, wurde am 15. April 1883 in Tarnów/Polen geboren. (Es gibt keine zuverlässigen Angaben über das Geburtsjahr von Netti, es kann auch 1893 gewesen sein.) Netti und und ihr Mann Ignatz hatten bereits die Tochter Erna, als sie 1910 gemeinsam nach Berlin zogen.
Die Familie Isak vergrößerte sich in Berlin, im Jahr 1914 kam Siegfried, genannt Sigi, zur Welt. Fünf Jahre später, 1919 wurde Ruth, das dritte Kind, in Berlin geboren.
Die Familie wohnte in Berlin-Mitte in der Schwedter Straße 22.
Ignatz Isak hatte einige kleine Ersparnisse, als er mit seiner Familie nach Berlin umzog, so konnte er ein Lebensmittelgeschäft eröffnen, das „Isak’s Grocery“. Das Geschäft wurde während der Pogromnacht zerstört.Ruth erzählte über das Geschäft, dass es „außer Kolonialwaren auch ausländische und inländische Weine gab, ebenso führte es Lebensmittel aller Art. Er hat auch größere Quanten an bekannte Hotels und Restaurants geliefert.“
Sigi Isak beschreibt seine Familie als konservativ. Sie besuchte zwar die Synagoge, aber er kann sie nicht als religiös bezeichnen. Sie beging die jüdischen Feiertage, ernährte sich koscher und feierte „Bar Mitzwa“. Das familiäre Verhältnis beschreibt er als sehr eng.
Ignatz Isak wurde im Rahmen der „Zweiten Polenaktion“ nach dem Erlass von Reinhard Heydrich im September 1939 von der Gestapo verhaftet und ins KZ Oranienburg gebracht. Am 11. Februar 1940 wurde er im KZ Sachsenhausen ermordet.
Nachdem Netti Isak die Asche ihres Mannes beigesetzt hatte, verließ sie Berlin im Jahr 1941. Den Interviews von Sigi Isak und seiner eidesstaatlichen Erklärung in den Entschädigungsakten zufolge, begab sie sich freiwillig nach Bochnia zu ihrem Sohn Sigi. Gleichzeitig gibt es aber in den Entschädigungsakten einen Vermerk, dass sie deportiert wurde. Netti Isak war ungefähr ein Jahr zusammen mit ihrem Sohn, bis sie im Juli 1942 mit 800 000 anderen Juden deportiert wurde. Danach gibt es von ihr kein Lebenszeichen mehr.
Ihr Todeszeitpunkt wurde vom Entschädigungsamt auf den 31. Juli 1942 datiert.


Biografische Zusammenstellung

Olga Meleshkevich und Anastasia Cherkasskaya
Im Rahmen des Projektes „Ausgewiesen!1938 aus Berlin deportierte polnische Jüdinnen und Juden. Eine Spurensuche.“
Dozentinnen: Prof. Dr. Gertrud Pickhan, Alina Bothe.