Bernhard Rothschild

Verlegeort
Akazienstraße 20
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
25. September 2015
Geboren
30. Oktober 1885
Beruf
Kaufmann/Vertreter, Billiardmeister
Inhaftiert (t.b.d.)
1943 in Berlin Kleine Hamburger Straße
Deportation
am 10. Januar 1944 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz

Bernhard Rothschild kam am 30. Oktober 1885 in Lohr am Main in einer jüdischen Familie zur Welt. Die Eltern waren Emanuel und Fanny Rothschild geb. Schlossmann. Er trug den Vornamen väterlicherseits aus Grünsfeld bei Tauberbischofsheim. Seine Eltern haben 1884 geheiratet und im selben Jahr das Lederwarengeschäft des Schwiegervaters Isaak Schlossmann am Oberen Marktplatz übernommen. Bernhards Vater baute das Lederwarengeschäft in ein Konfektionswarengeschäft um. Um die Jahrhunderwende übernahm Bernhards Bruder Hermann die Geschäftsleitung während Emanuel mit Familie nach Berlin zog. Bernhard nahm am Ersten Weltkrieg teil, zog danach nach Berlin und heiratete die nichtjüdische Martha Zöllner. Seit 1921 wohnte die Familie in der Akazienstraße 20, die beiden Söhne (Horst am 09.07.1923) wurden dort geboren. Über den zweiten Sohn ist nichts bekannt.<br />
Bernhard Rothschild war Kaufmann, stand aber auch als Billardmeister im Berliner Adressbuch. 1939 ließ sich das Ehepaar scheiden zum Schutz der Ehefrau und der Kinder, Bernhard Rothschild arbeitete daraufhin als Vertreter und zog in eine Wohnung in der Nähe, Hauptstraße 2 als Untermieter zu Helene Krisch. 1943 wurde Bernhard Rothschild verhaftet und in die Sammelstelle in die Kleine Hamburger Straße gebracht. Weil er Weltkriegsteilnehmer war, kam er bald wieder frei. In der Zwischenzeit war seine Wohnung geplündert worden, so zog er zur möblierten Untermiete zu Müller, Badensche Straße 6. Am 10. Januar 1944 wurde er von dort nach Theresienstadt deportiert und von dort am 28. Oktober 1944 weiter in das KZ Auschwitz. Der Transport kam dort am 30. Oktober 1944 an, von den 949 Männern und Jungen des Transports wurden 217 in das Lager eingewiesen, die übrigen wurden in der Gaskammer getötet, vermutlich befand sich Bernhard Rothschild unter diesen. Seine Frau Martha wohnte bis zu ihrem Tod im Jahr 1951 in der Akazienstraße 20, auch seine Söhne überlebten.

Bernhard Rothschild kam am 30. Oktober 1885 in Lohr am Main in einer jüdischen Familie zur Welt. Die Eltern waren Emanuel und Fanny Rothschild geb. Schlossmann. Er trug den Vornamen väterlicherseits aus Grünsfeld bei Tauberbischofsheim. Seine Eltern haben 1884 geheiratet und im selben Jahr das Lederwarengeschäft des Schwiegervaters Isaak Schlossmann am Oberen Marktplatz übernommen. Bernhards Vater baute das Lederwarengeschäft in ein Konfektionswarengeschäft um. Um die Jahrhunderwende übernahm Bernhards Bruder Hermann die Geschäftsleitung während Emanuel mit Familie nach Berlin zog. Bernhard nahm am Ersten Weltkrieg teil, zog danach nach Berlin und heiratete die nichtjüdische Martha Zöllner. Seit 1921 wohnte die Familie in der Akazienstraße 20, die beiden Söhne (Horst am 09.07.1923) wurden dort geboren. Über den zweiten Sohn ist nichts bekannt.
Bernhard Rothschild war Kaufmann, stand aber auch als Billardmeister im Berliner Adressbuch. 1939 ließ sich das Ehepaar scheiden zum Schutz der Ehefrau und der Kinder, Bernhard Rothschild arbeitete daraufhin als Vertreter und zog in eine Wohnung in der Nähe, Hauptstraße 2 als Untermieter zu Helene Krisch. 1943 wurde Bernhard Rothschild verhaftet und in die Sammelstelle in die Kleine Hamburger Straße gebracht. Weil er Weltkriegsteilnehmer war, kam er bald wieder frei. In der Zwischenzeit war seine Wohnung geplündert worden, so zog er zur möblierten Untermiete zu Müller, Badensche Straße 6. Am 10. Januar 1944 wurde er von dort nach Theresienstadt deportiert und von dort am 28. Oktober 1944 weiter in das KZ Auschwitz. Der Transport kam dort am 30. Oktober 1944 an, von den 949 Männern und Jungen des Transports wurden 217 in das Lager eingewiesen, die übrigen wurden in der Gaskammer getötet, vermutlich befand sich Bernhard Rothschild unter diesen. Seine Frau Martha wohnte bis zu ihrem Tod im Jahr 1951 in der Akazienstraße 20, auch seine Söhne überlebten.