Jacob Jonas

Verlegeort
Annenstraße 8 A
Historischer Name
Annenstraße 9
Bezirk/Ortsteil
Mitte
Verlegedatum
2003
Geboren
07. September 1893
Beruf
Klempnermeister
Deportation
am 28. Januar 1943 nach Theresienstadt
Später deportiert
am 28. September 1944 nach Auschwitz
Ermordet
in Auschwitz
  • Stolperstein für Jacob Jonas.
    Stolperstein für Jacob Jonas. Foto: OTFW.

    Stolperstein für Jacob Jonas. Foto: OTFW.

Der Klempnermeister Jacob Jonas wurde am 7. September 1893 in Rogasen (heute: Rogoźno / Polen) geboren, in manchen Quellen wird als Geburtsjahr abweichend 1883 angegeben. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg und führte ab dem 1. September 1919 einen Klempnerbetrieb in Berlin. Mit seiner Frau Else (geb. Todtmann) und seinen Kindern Lieselotte (*11. November 1922) und Peter Max (*11. Oktober 1926) wohnte er in einer 3-Zimmer-Wohnung in der Annenstraße 9 (heute auf Höhe der Nummer 8A) in Berlin-Mitte. Sein Betrieb befand sich gegenüber in der Annenstraße 42–43. Der große Raum im Erdgeschoss, in dem früher ein Restaurant gewesen war, wurde als Lager genutzt, der Keller war als Werkstätte ausgebaut. Das Geschäft lief sehr gut, zeitweise hatte Jacob Jonas bis zu zehn Beschäftigte und Lehrlinge. Zusätzlich zur Klempnerei begann er auch Dachdeckerarbeiten anzubieten. Zu seiner Kundschaft gehörten größere Bauunternehmen und Hausverwaltungen.<br />
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Durch die antisemitischen Boykotte gingen die Aufträge ab 1933 zunächst langsam, ab 1936 rapide zurück. Im November 1938 wurde Juden der Betrieb eines Handwerks untersagt und Jacob Jonas meldete seinen Betrieb am 30. November 1938 zwangsweise ab. Seine Tochter Lieselotte, die auf der Handelsschule Buchführung lernte, half ihm bei der Geschäftsauflösung und dem Verkauf der restlichen Materialien. In ihrem 1958 gestellten Rückerstattungsantrag beschreibt sie die Umstände des Zwangsverkaufs: „Mein Vater konnte diese Ware wegen des dringend notwendigen sofortigen Verkaufs nur zu geradezu lächerlichen Schleuderpreisen an Händler abgeben, die, weil die Ware von Juden in einer Zwangslage kam, noch weniger zahlten, als sie sonst bei solchen Ausverkäufen bezahlten.“<br />
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Am 28. Januar 1943 wurde Jacob Jonas mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert. Nach einem Jahr und acht Monaten wurde er am 28. September 1944 zusammen mit seinem 17-jährigen Sohn nach Auschwitz verschleppt, seine Frau und seine Tochter wurden sechs Tage später ebenfalls weiter dorthin deportiert. Jacob Jonas, seine Frau und sein Sohn wurden in Auschwitz ermordet. Nur seine Tochter Lieselotte überlebte.<br />

Der Klempnermeister Jacob Jonas wurde am 7. September 1893 in Rogasen (heute: Rogoźno / Polen) geboren, in manchen Quellen wird als Geburtsjahr abweichend 1883 angegeben. Er war Soldat im Ersten Weltkrieg und führte ab dem 1. September 1919 einen Klempnerbetrieb in Berlin. Mit seiner Frau Else (geb. Todtmann) und seinen Kindern Lieselotte (*11. November 1922) und Peter Max (*11. Oktober 1926) wohnte er in einer 3-Zimmer-Wohnung in der Annenstraße 9 (heute auf Höhe der Nummer 8A) in Berlin-Mitte. Sein Betrieb befand sich gegenüber in der Annenstraße 42–43. Der große Raum im Erdgeschoss, in dem früher ein Restaurant gewesen war, wurde als Lager genutzt, der Keller war als Werkstätte ausgebaut. Das Geschäft lief sehr gut, zeitweise hatte Jacob Jonas bis zu zehn Beschäftigte und Lehrlinge. Zusätzlich zur Klempnerei begann er auch Dachdeckerarbeiten anzubieten. Zu seiner Kundschaft gehörten größere Bauunternehmen und Hausverwaltungen.

Durch die antisemitischen Boykotte gingen die Aufträge ab 1933 zunächst langsam, ab 1936 rapide zurück. Im November 1938 wurde Juden der Betrieb eines Handwerks untersagt und Jacob Jonas meldete seinen Betrieb am 30. November 1938 zwangsweise ab. Seine Tochter Lieselotte, die auf der Handelsschule Buchführung lernte, half ihm bei der Geschäftsauflösung und dem Verkauf der restlichen Materialien. In ihrem 1958 gestellten Rückerstattungsantrag beschreibt sie die Umstände des Zwangsverkaufs: „Mein Vater konnte diese Ware wegen des dringend notwendigen sofortigen Verkaufs nur zu geradezu lächerlichen Schleuderpreisen an Händler abgeben, die, weil die Ware von Juden in einer Zwangslage kam, noch weniger zahlten, als sie sonst bei solchen Ausverkäufen bezahlten.“

Am 28. Januar 1943 wurde Jacob Jonas mit seiner Familie nach Theresienstadt deportiert. Nach einem Jahr und acht Monaten wurde er am 28. September 1944 zusammen mit seinem 17-jährigen Sohn nach Auschwitz verschleppt, seine Frau und seine Tochter wurden sechs Tage später ebenfalls weiter dorthin deportiert. Jacob Jonas, seine Frau und sein Sohn wurden in Auschwitz ermordet. Nur seine Tochter Lieselotte überlebte.