Jacob Levy

Verlegeort
Ansbacher Str. 76
Historischer Name
Neue Ansbacher Str. 20
Bezirk/Ortsteil
Schöneberg
Verlegedatum
29. November 2013
Geboren
15. August 1859
Beruf
Kaufmann
Deportation
am 14. September 1942 nach Theresienstadt
Tot
10. Januar 1943 in Theresienstadt
  • Stolperstein für Jacob Levy. Copyright: MTS
    Stolperstein für Jacob Levy. Copyright: MTS

    Stolperstein für Jacob Levy. Copyright: MTS

Jacob Levy kam am 15. August 1859 in Beschitza zur Welt. Beschitza gehörte bis 1918 zur Donaumonachie im ungarischen Teil des Banat. Ende des 19. Jahrhunderts lebte er im ostpreußischen Allenstein. Dort ist am 16. August 1893 sein Sohn Max zur Welt gekommen. Die Familie lebte am Markt 26. Er ist vermutlich dann mit seiner Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Berlin gezogen. Den Namen seiner Frau (eventuell mit Nachnamen Reiter) kennen wir nicht, wie wir auch sonst nicht viele Details aus seinem Leben wissen. Er war laut den Adressbüchern Kaufmann, welche Produkte er aber vertrieb ist unbekannt.<br />
Sein Sohn ergriff später den selben Beruf wie er und blieb ledig. Vater und Sohn - die Frau von Jacob Levy war vermutlich bereits verstorben - wohnten seit 1935 in der Neuen Ansbacher Straße 20 (heute: Ansbacher Straße 76.<br />
Sie wurden aber noch kurz vor ihrer Deportation in die in der zweiten Etage gelegene Wohnung von Dora Goldstein, Martin-Luther-Straße 87, zwangseingewiesen. Es handelte sich um ein möbliertes Zimmer, für das die beiden Männer 40,- oder 50,- RM Miete zu entrichten hatten. Am 11.September 1942 füllte Jacob Levy seine Vermögenserklärung aus. Am 12. September 1942 wurde ihm eine am 1. September 1942 ausgestellte Verfügung in der Großen Hamburger Straße 26 zugestellt. Darin teilte man ihm mit, dass sein gesamtes Vermögen dem "Reich" verfallen war.<br />
Der 2. große Alterstransport brachte Jacob Levy am 14. September 1942 nach Theresienstadt. Er starb bort am 10. Januar 1943 um 8.00 Uhr laut Todesfallanzeige an "ENTERITIS - Darmkatarrh". Jacob Levy hat seinen Sohn in Theresienstadt nicht noch einemal sehen können. Sein Sohn wurde am 17. März 1943 abgeholt und mit dem 4. Großen Alterstransport ebenfalls nach Theresienstadt überführt. Jacob Levy war zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Am 29. September 1944 transportierte man Max Levy weiter nach Auschwitz. Dort wurde er vermutlich unmittelbar nach seiner Ankunft ermordert.<br />
Am 3. November 1942 wurde das Inventar von Jacob Levy geschätzt. Der Gerichtsvollzieher vermerkte: "Hat als Untermieter bei Goldstein gewohnt und nach Angabe des Sohnes Max Israel Levy keine Sachen zurück gelassen".<br />

Jacob Levy kam am 15. August 1859 in Beschitza zur Welt. Beschitza gehörte bis 1918 zur Donaumonachie im ungarischen Teil des Banat. Ende des 19. Jahrhunderts lebte er im ostpreußischen Allenstein. Dort ist am 16. August 1893 sein Sohn Max zur Welt gekommen. Die Familie lebte am Markt 26. Er ist vermutlich dann mit seiner Familie zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach Berlin gezogen. Den Namen seiner Frau (eventuell mit Nachnamen Reiter) kennen wir nicht, wie wir auch sonst nicht viele Details aus seinem Leben wissen. Er war laut den Adressbüchern Kaufmann, welche Produkte er aber vertrieb ist unbekannt.
Sein Sohn ergriff später den selben Beruf wie er und blieb ledig. Vater und Sohn - die Frau von Jacob Levy war vermutlich bereits verstorben - wohnten seit 1935 in der Neuen Ansbacher Straße 20 (heute: Ansbacher Straße 76.
Sie wurden aber noch kurz vor ihrer Deportation in die in der zweiten Etage gelegene Wohnung von Dora Goldstein, Martin-Luther-Straße 87, zwangseingewiesen. Es handelte sich um ein möbliertes Zimmer, für das die beiden Männer 40,- oder 50,- RM Miete zu entrichten hatten. Am 11.September 1942 füllte Jacob Levy seine Vermögenserklärung aus. Am 12. September 1942 wurde ihm eine am 1. September 1942 ausgestellte Verfügung in der Großen Hamburger Straße 26 zugestellt. Darin teilte man ihm mit, dass sein gesamtes Vermögen dem "Reich" verfallen war.
Der 2. große Alterstransport brachte Jacob Levy am 14. September 1942 nach Theresienstadt. Er starb bort am 10. Januar 1943 um 8.00 Uhr laut Todesfallanzeige an "ENTERITIS - Darmkatarrh". Jacob Levy hat seinen Sohn in Theresienstadt nicht noch einemal sehen können. Sein Sohn wurde am 17. März 1943 abgeholt und mit dem 4. Großen Alterstransport ebenfalls nach Theresienstadt überführt. Jacob Levy war zu diesem Zeitpunkt bereits tot. Am 29. September 1944 transportierte man Max Levy weiter nach Auschwitz. Dort wurde er vermutlich unmittelbar nach seiner Ankunft ermordert.
Am 3. November 1942 wurde das Inventar von Jacob Levy geschätzt. Der Gerichtsvollzieher vermerkte: "Hat als Untermieter bei Goldstein gewohnt und nach Angabe des Sohnes Max Israel Levy keine Sachen zurück gelassen".