Dr. Hugo Schönfeld

Verlegeort
Baseler Str. 27
Historischer Name
Karlstraße 110
Bezirk/Ortsteil
Lichterfelde
Verlegedatum
01. Dezember 2005
Geboren
28. Mai 1876
Beruf
Arzt
Deportation
am 03. Oktober 1942 nach Theresienstadt
Verstorben an den Folgen von Haft und Folter
17. Juli 1945 in Theresienstadt
  • Stolperstein für Hugo Schönfeld.
    Stolperstein für Hugo Schönfeld. Foto: OTFW.

    Stolperstein für Hugo Schönfeld. Foto: OTFW.

Hugo Schönfeld erhielt 1901 seine Approbation und hatte seine erste Praxis in Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 213. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und übernahm 1918 die Praxis von Sanitäts-Rat Dr. Weecke in Lichterfelde-West, Steglitzer Str. 33 (heute Gardeschützenweg). Später führte er die Praxis in der Viktoriastr. 3 weiter, bis seine Approbation am 30. September 1938 erlosch. Es ist wenig wahrscheinlich, dass er bei der eingeschränkten Zahl der Zulassung (siehe Dr. Arnold Arnstein) jüdischer „Krankenbehandler“ wurde.<br />
<br />
Laut Volkszählungskartei 1939 lebte Dr. Schönfeld mit seiner Ehefrau Frieda, geb. Marx, damals noch in der Viktoriastr. 3 in Lichterfelde-West. Im Adressbuch von 1939 ist er unter dieser Adresse nicht mehr nachweisbar. Wahrscheinlich wurden die Eheleute gezwungen, in die Baseler Straße in das Haus von Alex Seelig umzuziehen, das als „Judenwohnung“ galt. Die Ehefrau von Dr. Schönfeld war, ebenso wie er, evangelisch und taucht in anderem Zusammenhang 1939 als Taufpatin in der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Lichterfelde-West auf. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt.<br />
<br />
Eine Zeitzeugin erinnert sich an Dr. Schönfeld. Sie war im Alter von etwa zehn Jahren seine Patientin. Schönfeld habe sich unentwegt um seine Patienten gekümmert und ihr selbst wegen einer chronischen Bronchitis geholfen, auch später bei einer HNO-Operation. Der Mutter der Zeitzeugin habe er im Zusammenhang mit einer Bauchhöhlenschwangerschaft durch rasches Eingreifen das Leben gerettet. Herr Dr. Schönfeld habe während des Ersten Weltkrieges als Seuchenarzt gearbeitet und sei mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Die Zeitzeugin erinnert sich auch daran, dass Schönfeld seinem Stiefsohn (Name unbekannt) ein Theologiestudium finanziert habe. Zu dessen Schicksal ist ebenfalls nichts bekannt.<br />
<br />
Am 3. Oktober 1942 wurde Dr. Schönfeld im 67. Lebensjahr mit dem „3. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert und verstirbt dort nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 17. Juli 1945.

Hugo Schönfeld erhielt 1901 seine Approbation und hatte seine erste Praxis in Neukölln, Kaiser-Friedrich-Str. 213. Er nahm am Ersten Weltkrieg teil und übernahm 1918 die Praxis von Sanitäts-Rat Dr. Weecke in Lichterfelde-West, Steglitzer Str. 33 (heute Gardeschützenweg). Später führte er die Praxis in der Viktoriastr. 3 weiter, bis seine Approbation am 30. September 1938 erlosch. Es ist wenig wahrscheinlich, dass er bei der eingeschränkten Zahl der Zulassung (siehe Dr. Arnold Arnstein) jüdischer „Krankenbehandler“ wurde.

Laut Volkszählungskartei 1939 lebte Dr. Schönfeld mit seiner Ehefrau Frieda, geb. Marx, damals noch in der Viktoriastr. 3 in Lichterfelde-West. Im Adressbuch von 1939 ist er unter dieser Adresse nicht mehr nachweisbar. Wahrscheinlich wurden die Eheleute gezwungen, in die Baseler Straße in das Haus von Alex Seelig umzuziehen, das als „Judenwohnung“ galt. Die Ehefrau von Dr. Schönfeld war, ebenso wie er, evangelisch und taucht in anderem Zusammenhang 1939 als Taufpatin in der Martin-Luther-Kirchengemeinde in Lichterfelde-West auf. Über ihr Schicksal ist nichts bekannt.

Eine Zeitzeugin erinnert sich an Dr. Schönfeld. Sie war im Alter von etwa zehn Jahren seine Patientin. Schönfeld habe sich unentwegt um seine Patienten gekümmert und ihr selbst wegen einer chronischen Bronchitis geholfen, auch später bei einer HNO-Operation. Der Mutter der Zeitzeugin habe er im Zusammenhang mit einer Bauchhöhlenschwangerschaft durch rasches Eingreifen das Leben gerettet. Herr Dr. Schönfeld habe während des Ersten Weltkrieges als Seuchenarzt gearbeitet und sei mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet worden. Die Zeitzeugin erinnert sich auch daran, dass Schönfeld seinem Stiefsohn (Name unbekannt) ein Theologiestudium finanziert habe. Zu dessen Schicksal ist ebenfalls nichts bekannt.

Am 3. Oktober 1942 wurde Dr. Schönfeld im 67. Lebensjahr mit dem „3. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert und verstirbt dort nach der Befreiung des Konzentrationslagers am 17. Juli 1945.