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James Basch

Stolperstein für James Basch. Copyright: MTS
James Basch (links in der Mitte) mit seiner Lebensgefährtin Lena Jaensch (links unten). Copyright: Gisela Schlüter
VERLEGEORT
Eisenacher Str. 80

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
10.06.2010

GEBOREN
07.11.1892 in Berlin
BERUF
Jurist
DEPORTATION
am 25.01.1942 nach Riga
ERMORDET
in Riga

James Basch, geboren am 7. November 1892 in Berlin, stand bei Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 kurz vor Studienende. Nach vier Jahren als Soldat beendete er das Jura-Studium und wurde nach dem 2. Staatsexamen Staatsanwalt am Gericht in Berlin-Schöneberg. Er lebte mit seiner verwitweten Mutter und einer ledigen Schwester Jahrzehnte in der Barbarossastraße. Seit etwa 1919 war er mit Lena Jaensch, geboren am 17. Februar 1897 in Berlin, liiert. Basch ernährte von seinem Einkommen nicht nur Mutter und Schwester, sondern auch die Lebensgefährtin. 1931 veröffentlichte er mit zwei Kollegen die letzte Neufassung des 1900 eingeführten Bürgerlichen Gesetzbuches.

1933 wurde er aufgrund des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums wegen seiner jüdischen Herkunft fristlos entlassen. Wahrscheinlich nach der Entlassung aus dem Staatsdienst zog Basch mit Mutter und Schwester in die Eisenacher Straße 80. Nachdem Mutter und Schwester bereits deportiert waren, kam auch James Basch am 25. Januar 1942 mit über 1.000 Menschen im „10. Osttransport“ mit zahlreichen Altenheimbewohnern nach Riga. Der Transport erfolgte mit Güterwagen, mangelnder Schutz vor Kälte brachte einer großen Zahl Älterer bereits auf der Fahrt den Tod. Fast alle anderen wurden in den Tagen nach der Ankunft in den Wäldern der Umgebung ermordet. Nur 13 Männer überlebten den Holocaust.

Lena Jaensch, im Januar 1942 zu Besuch bei ihrer Schwester Anna Waldow, wählte am 9. März 1942 den Freitod.


Biografische Zusammenstellung

Christl Wickert/Hannelore Emmerich