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Clara Scheff

Stolperstein für Clara Scheff. Copyright: MTS
VERLEGEORT
Goßlerstr. 21

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
28.06.2010

GEBOREN
12.12.1893 in Wüstegiersdorf-Tannhausen / Głuszyca
FLUCHT IN DEN TOD
20.10.1940 in Berlin

Mathilde Clara Scheff war die drittgeborene Tochter des Juristen Fritz Scheff und seiner Frau Martha, geb. Kauffmann. Clara wurde am 12. Dezember 1893 im niederschlesischen Wüstegiersdorf (heute: Głuszyca/Polen) geboren, wo die Familie ihrer Mutter ein großes Textilunternehmen besaß. Claras Eltern traten 1894 zum evangelischen Glauben über und ließen alle ihre Kinder evangelisch taufen.

Claras Vater, Fritz Scheff, war beruflich erfolgreich und wurde 1895 am Landgericht Berlin II als Rechtsanwalt zugelassen. Die Familie siedelte bald darauf nach Berlin über. Dort kam 1897 Claras Bruder Adolf zur Welt, ihre dritte Schwester war im September 1895 noch in Wüstegiersdorf geboren worden.

Nach einigen Umzügen innerhalb Berlins fand die siebenköpfige Familie ein langjähriges Zuhause in Lichterfelde, Jungfernstieg 21. Clara Scheff war knapp 18 Jahre alt, als ihr Vater am 14. Juli 1911 an Nierenkrebs verstarb. Wie sich das auf das Familienleben und ihren eigenen Lebensweg auswirkte, wissen wir nicht. Clara wurde Krankenschwester und arbeitete in diesem Beruf. Nach mehreren Umzügen zogen Clara, ihre Mutter und ihre Schwestern 1936 in die Goßlerstraße 21 nach Friedenau.

Am 30. November 1938 starb ihr Bruder, der praktische Arzt Dr. Adolf Scheff, im Polizeikrankenhaus in der Scharnhorststraße 13. Er war am 28. November in seiner Wohnung von der Gestapo festgenommen worden, und es ist nicht klar, ob er einen Suizidversuch unternahm oder schwer misshandelt wurde. Die Familie beerdigte ihn am 12. Dezember 1938 auf dem Parkfriedhof in Lichterfelde, in der Familiengrabstätte, in der auch der Vater beigesetzt war. Für Adolf Scheff gibt es einen Stolperstein in der Nürnberger Straße 24.

Clara Scheff beging am 20. Oktober 1940 vermutlich Suizid. Als Todesursache wurde „Embolie“ diagnostiziert. Es ist davon auszugehen, dass sie aufgrund ihrer medizinischen Erfahrungen über Kenntnisse darüber verfügte, welche Mittel eine Embolie zur Folge hatten, die wiederum zum Tode führen würde. Sie wurde am 30. Oktober 1940 im Familiengrab der Scheffs auf dem Parkfriedhof Lichterfelde beigesetzt.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Ruth Federspiel auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich