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Regina Broh (geb. Noah)

Stolperstein für Regina Broh. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Falkentaler Steig 16

BEZIRK/ORTSTEIL
Reinickendorf – Hermsdorf
VERLEGEDATUM
12.12.2007

GEBOREN
09.12.1878 in Moschin (Posen) / Mosina
BERUF
Hausfrau
DEPORTATION
am 14.09.1942 von Albrechtstr.10 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
Mai 1944 in Auschwitz

Regina Broh, geborene Noah, kam am 9. Dezember 1878 in Moschin (heute: Mosina/Polen), Landkreis Schrimm, in der damals preußischen Provinz Posen zur Welt.

Sie heiratete Adolf Broh und lebte mit ihrem Mann und dessen Familie auf Gut Kussenow im Landkreis Pommern. Ihre zehn Jahre ältere Schwester Rosa ehelichte den Schwager Ephraim Broh. Das Gut war groß, arbeitete fortschrittlich und florierte. Regina Broh bekam zwei Kinder: Am 28. Februar 1908 wurde ihr Sohn Heinz geboren und am 1. Mai 1909 ihre Tochter Ruth. Die Geschwister besuchten die Dorfschule Kussenow und wurden später auf die weiterführende Schule nach Berlin geschickt. Dort wohnten sie bei Reginas kinderloser Schwester Selma Latte und deren Ehemann Paul.

Im Dezember 1932 heiratete Ruth Broh den Großhändler Max Jany und zog nach Pankow in die Kissinger Straße 45. Am 14. Oktober 1933 erblickte ihre Tochter Eva im Jüdischen Krankenhaus Pankow das Licht der Welt. Der Sohn Heinz nahm im Juni 1935 Ruth Neumann zur Frau, beide lebten und arbeiteten auf dem väterlichen Gut Kussenow. Zu dieser Zeit wurde das Leben auf dem Gut bereits durch die zunehmenden Boykottmaßnahmen der Bevölkerung sehr erschwert, die Einnahmen gingen rapide zurück, die Landarbeiter sabotierten und schließlich wurde die Familie Broh von der ortsansässigen Nationalsozialistischen Parteistelle genötigt, das Gut Kussenow weit unter Wert zu verkaufen.

Die Familie floh nach Berlin und bezog zusammen eine möblierte 6-Zimmer Wohnung im Falkentaler Steig 16 (vorher Albrechtstr. 10) in Hermsdorf. Ehemals Kinderheim, befand sich dort nun eine kleine Synagoge der Jüdischen Gemeinde im Erdgeschoss. Nach den Nürnberger Gesetzen als „Volljuden“ bezeichnet, waren die Brohs zunehmend der Verfolgung ausgesetzt, vor allem nach der Reichspogromnacht.

Regina Brohs Kinder wanderten beide 1939 mit ihren Ehepartnern aus, Heinz Broh im Februar nach Chile, Ruth Jany am 19. August nach Palästina. Für die zurückbleibenden Eltern Regina und Adolf Broh sowie dessen Bruder Ephraim und seine Frau Rosa wurde das Leben zusehends schwerer. Am 14. September 1942 wurde Regina Broh mit ihrem Mann, ihrer Schwester und ihrem Schwager mit dem 2. großen Alterstransport nach Theresienstadt deportiert. Zwei Jahre später, am 16. Mai 1944, wurde die Familie Broh zusammen nach Auschwitz verschleppt. Dieser Transport mit der Bezeichnung „Ea“ wird vom Tschechischen Roten Kreuz auch „Todestransport“ genannt, da ihn weit weniger als 10 Prozent überlebten. Auch Regina Broh, ihr Mann Adolph sowie Ephraim und Rosa Broh wurden ermordet.


Biografische Zusammenstellung

AG Stolpersteine Reinickendorf