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Edith Kassel (geb. Kassel)

Stolperstein für Edith Kassel. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Wachsmuthstr. 9

BEZIRK/ORTSTEIL
Reinickendorf – Hermsdorf
VERLEGEDATUM
05.07.2008

GEBOREN
09.05.1937 in Berlin-Moabit
DEPORTATION
am 15.10.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 23.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Edith Kassel war die Tochter von Dr. Ilse Kassel. Ihr Vater war ein jüdischer Jurist.

Sie wurde am 9. Mai 1937 während der Untersuchungshaft ihrer Mutter in Berlin-Moabit geboren. Ihre Patin war eine Freundin von Ilse Kassel, die später als Psychoanalytikerin berühmt gewordene Dr. Edith Jacobson (1897–1978), die 1938 noch rechtzeitig in die USA emigrieren konnte.

Das Kind wuchs bis zur Entlassung der Mutter 1939 bei ihrer Tante Hilde auf, der Schwester ihrer Mutter. Diese war mit dem „Arier“ Dr. Kurt Schneemilch verheiratet und wohnte am Hermsdorfer Damm 184.

Als Edith Kassel und ihre Mutter im Zuge der Judenverfolgung abgeholt werden sollten, flüchteten sie zu Tony Großmann nach Alt Gurkowschbruch, Kreis Friedeberg/Neumark (bei Landsberg/Warthe). Dort, auf dem Hof der Familie Großmann, lebte Edith von September 1942 September 1943 illegal mit ihrer Mutter.

Im September 1943 wurde das Versteck verraten. Vor dem Verhaftungsversuch der Gestapo am 20. September konnte Ilse Kassel mit Edith zwar noch fliehen, suchte aber, nur 10 Minuten vom Hof entfernt, den Freitod für sich und ihr Kind.

Die Mutter starb in der Netze, das Kind kam in das Krankenhaus nach Driesen und kehrte noch einmal für kurze Zeit zurück in die Familie Großmann. Dort wurde Edith dann aber von der Gestapo abgeholt.

Am 15. Oktober 1943 wurde Edith Kassel als Nr. 21 mit dem „97. Alterstransport“, Welle 60, ab Berlin aus der Großen Hamburger Straße 26 deportiert und kam am selben Tag in Theresienstadt an. Am 23. Oktober 1944 wurde sie mit dem Transport „Et“ von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert, der am 25. Oktober dort eintraf.

Es ist davon auszugehen, dass sie, als siebenjähriges Kind, noch am selben Tag (oder wenige Tage später) durch Giftgas ermordet wurde.


Biografische Zusammenstellung

AG Stolpersteine Reinickendorf