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Gustav Wegener

Fotografie von Gustav Wegener mit seiner Frau Frieda, um 1939 © Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten
Stolperstein für Gustav Wegener. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Weidenweg 44 / 46

BEZIRK/ORTSTEIL
Friedrichshain-Kreuzberg – Friedrichshain

GEBOREN
23.05.1908 in Schwerin
BERUF
Schriftsetzer
ERMORDET
11.12.1944 in Brandenburg-Görden

Gustav Wegener wurde am 23. Mai 1908 in Schwerin in Warthe geboren. Von Beruf war er Schriftsetzer und wohnte in Berlin-Kreuzberg in der Lübbener Str. 28. Er wurde Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, später in der KPD und in der Internationalen Arbeiterhilfe. 1928 ging er zur französischen Fremdenlegion nach Indochina. Dort zog er sich ein Magen- und Darmleiden zu. Er desertierte und kehrte 1936 nach Deutschland zurück.

Seit 1939 war er verheiratet mit Frieda Wegener geborene Schulz. Gustav Wegener musste seine Arbeitsstelle häufig wechseln und war zuletzt bei der Buch- und Offsetdruckerei Anton Bertinetti beschäftigt. Im Oktober 1943 erhielt er eine Krankschreibung auf Dauer.

Seit 1933 war er für die illegale KPD tätig. Von seinem Kollegen Erich Fähling wurde er mit Anton Saefkow und Franz Jacob zusammengeführt. Unter dem Decknamen Hans nahm an Leitungssitzungen teil und instruierte Funktionäre mehrerer Berliner Betriebszellen z.B. in den Askania-Werken Berlin-Mariendorf, der AEG, Bosse sowie in Brandenburg im Kabelwerk Schönow, den Brandenburger Motorenwerken (Bramo) Basdorf und in der Veltener Maschinenfabrik. Er übergab dabei KPD- und NKFD-Materialien. 1944 bekam er über Harry Harder Kontakt zum Kriegsgefangenenlager Fürstenberg/Oder, übersetzte einen von dort kommenden Brief französischer Kommunisten und verfasste ein Antwortschreiben. Er war zentral an der Herstellung und Vertrieb illegaler Schriften beteiligt und vervielfältigte mit Fritz Nitschke in der Nacht zum 5. Juli 1944 das Flugblatt „Tatsachen!“ des verhafteten Bernhard Bästlein. Gustav Wegener wurde am 06.07.1944 festgenommen und angeklagt. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 21.10.1944 zum Tode. Das Urteil wurde im Zuchthaus Brandenburg-Görden vollstreckt. Im August 1946 wurde Gustav Wegener nachträglich im Ehrenhain des Zentralfriedhofs Berlin-Friedrichsfelde beigesetzt.


Biografische Zusammenstellung

Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten