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Frieda Treu (geb. Löwenthal)

Stolperstein für Frieda Treu. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Friedenstr.

BEZIRK/ORTSTEIL
Friedrichshain-Kreuzberg – Friedrichshain
VERLEGEDATUM
20.03.2007

GEBOREN
14.09.1884 in Stettin / Szczecin
DEPORTATION
am 29.06.1943 nach Theresienstadt
TOT
30.11.1943 in Theresienstadt

Frieda Treu, geb. Löwenthal, kam am 14. September 1884 in Stettin in der preußischen Provinz Pommern (heute: Szczecin / Polen) zur Welt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt zog sie nach Berlin. Dort lernte sie ihren 14 Jahre älteren Ehemann Max Treu kennen, der ursprünglich ebenfalls aus Pommern stammte. Dieser hatte zwei Söhne aus erster Ehe: Paul Max Willi Treu (geb. am 4. Juni 1895) und Martin Fritz Karl Treu (geb. am 13. September 1897). Frieda Treus Ehe blieb hingegen kinderlos.

Während Frieda Treu Jüdin war, gehörte ihr Ehemann Max Treu der evangelischen Konfession an. Allerdings hatte er ein jüdisches Elternteil. Dies und die Tatsache, dass er mit einer Jüdin verheiratet war, führte dazu, dass Max Treu während der Zeit des Nationalsozialismus’ als „Geltungsjude“ kategorisiert wurde. So waren Frieda Treu und ihr Mann gleichermaßen schutzlos der antijüdischen Verfolgungspolitik des Dritten Reiches ausgesetzt.

Zum Zeitpunkt ihrer Deportation lebte Frieda Treu gemeinsam mit ihrem Ehemann bei ihrem älteren Stiefsohn, Paul Max Willi Treu. Dieser war Hauptmieter einer 3 ½-Zimmer-Wohnung in der Friedenstraße 27 im Bezirk Friedrichshain. Gemeinsam mit seinem Bruder Martin Fritz Karl Treu, der in Koblenz wohnhaft war, sorgte er zudem finanziell für seinen Vater und seine Stiefmutter.

Am 29. Juni 1943 wurde Frieda Treu gemeinsam mit ihrem Ehemann Max mit dem 92. „Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Max Treu hatte vor der Deportation vermerkt, dass sein älterer Sohn evangelischer Konfession, in Besitz eines Militärpasses und erst kürzlich wegen einer Krankheit von der Front zurückgekehrt sei. Doch konnte auch dies das Ehepaar Treu nicht retten. Frieda Treu starb am 30. November 1943. Kurze Zeit später – am 20. Januar 1944 – erlag auch ihr Mann Max Treu den unmenschlichen Lebensbedingungen im Lager. Das weitere Schicksal von Frieda Treus Stiefsöhnen ist nicht bekannt.


Biografische Zusammenstellung

Lorraine Bluche