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Tana Horwitz

Stolperstein Tana Horwitz © OTFW
VERLEGEORT
Badstraße 61

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Gesundbrunnen
VERLEGEDATUM
Juni 2003

GEBOREN
04.02.1942 in Berlin
DEPORTATION
am 14.12.1942 nach Riga
ERMORDET
im Ghetto Riga

Tana Horwitz wurde am 4. Februar 1942 in Berlin geboren. Sie war die Tochter des aus Lüneburg stammenden Walter Horwitz (*1909) und der gebürtigen Berlinerin Hilde Horwitz, geb. Seckelsohn (*1914). Ihre Eltern wohnten seit 1939 zur Untermiete in einer Wohnung in der Badstraße 61 im Ortsteil Gesundbrunnen.

Tana Horwitz wurde in eine Gesellschaft hineingeboren, in der sie aufgrund ihrer Geburt als Tochter jüdischer Eltern als „Volksfeindin“ galt und rassistischer Verfolgung ausgesetzt war. Es kann für ihre Eltern nicht leicht gewesen sein, den Säugling angemessen zu versorgen. Für die Mittel des täglichen Bedarfs reichten die diskriminierenden Lebensmittelkarten für Juden kaum aus, die nur in bestimmten Geschäften und zu beschränkten Zeiten zum Bezug von Nahrung berechtigten. Ab dem Jahr 1942 wurden auch diese Mittel noch einmal drastisch eingeschränkt. Sie erhielten beispielsweise kein Fleisch, keine Eier und keine Milch mehr, außerdem keine Weizenerzeugnisse wie Mehl und Weißbrot. Seit Anfang der 1940er-Jahre wurden ihre Eltern außerdem zu Zwangsarbeit herangezogen: Ihr Vater zuletzt als Arbeiter in der Kartonfabrik Robert Müller in der Stallschreiberstraße 18 und ihre Mutter als Arbeiterin in der „KaWe“ Wellpappenfabrik Karl Welzel & Co. in der Lehderstraße 12–15.

Der Entrechtung folgte die Deportation: Das Ehepaar Horwitz erhielt den Deportationsbescheid im Winter 1942. Zusammen mit der erst wenige Monate alten Tana wurden sie im Dezember 1942 im Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 interniert. Von dort aus wurden sie am 14. Dezember 1942 mit dem „25. Osttransport“ in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und dort – vermutlich unmittelbar nach der Ankunft des Transports – ermordet. Tana Horwitz war zu diesem Zeitpunkt zehn Monate alt.


Biografische Zusammenstellung

Indra Hemmerling

Weitere Quellen

Gedenkbuch. Online unter: bundesarchiv.de/gedenkbuch (aufgerufen am 15. Mai 2021).
Berliner Adressbücher 1929–1943; Jüdisches Adressbuch für Gross-Berlin 1929/1930 und 1931/1932. Online unter: zlb.de (aufgerufen am 26. Juli 2021).
Opferdatenbank Yad Vashem. Central DB of Shoah Victims’ Names. Online unter: http://yvng.yadvashem.org (aufgerufen am 26. Juli 2021).
Ergänzungskarten für Angaben über Abstammung und Vorbildung aus der Volkszählung vom 17. Mai 1939 im Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde (Bestand R 1509).
Deportationslisten. Reproduktion im National Archives and Records Administration, USA, Signatur A3355: Tana Horwitz, „25. Osttransport“ (Lfd-Nr. 647); Walter Horwitz (Lfd-Nr. 645); Hilde Horwitz (Lfd-Nr. 646). Online unter: statistik-des-holocaust.de (aufgerufen am 26. Juli 2021).