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Max Noa Nova

Stolperstein für Max Nova, Foto: Initiative Stolpersteine CW, H.-J. Hupka
VERLEGEORT
Güntzelstr. 60

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
29.09.2010

GEBOREN
16.05.1881 in Posen / Poznań
BERUF
Architekt
DEPORTATION
am 03.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Max Noa Nova wurde am 16. Mai 1881 in Posen (Poznan) geboren. Seine Eltern hießen Louis und Clara Nova. Er studierte Architektur in München und Berlin, wo er mit dem Thema „Die Stadttore der Mark Brandenburg im Mittelalter“ 1909 promovierte.
Nova war der erste Architekt an der TH Berlin, der den Titel Dr.-Ing. erlangte. Zusammen mit Johannes Greifenhagen baute er ein 1892/93 erbautes Wohnhaus 1911/12 in Charlottenburg in einen Lichtspielsaal um.
Max Nova arbeitete in der Verwaltung des Häuserbesitzers Arnulf Gelfmann, den er seit 1922 kannte. „Er hat damals für mich den Kauf meines ersten Hauses vermittelt“, schrieb Gelfmann 1957 aus New York an die Nachkommen. Nova war Architekt Gelfmanns und baute mehrere von dessen Häusern aus oder um. Außerdem war Nova Architekt für die Warenhauskette „Feder“ und hatte zahlreiche andere Kunden.
Nach der Reichspogromnacht 1938 wurde Max Nova, wie viele Juden, verhaftet und im Konzentrationslager Sachsenhausen eingesperrt. Gelfmann bemühte sich 1939 um Novas Freilassung, die auch gelang. Jede Hausverwaltertätigkeit wurde ihm allerdings untersagt. „Ich habe ihn bis 1939 gekannt … im Jahre 1939 habe ich dann Deutschland verlassen“, schrieb Gelfmann.
Ein Antrag auf Mitgliedschaft in der Reichskammer der Bildenden Künste war abgelehnt worden, weil Nova Jude war. Da er stolz auf seine Teilnahme am Ersten Weltkrieg und auf sein Eisernes Kreuz war, dachte er dennoch, sich der Verfolgung entziehen zu können, und beharrte darauf, in Berlin zu bleiben. Anfang der 1940er Jahre wurde seine Ehe geschieden. Am 3. März 1943 wurde er nach Auschwitz deportiert.
Verheiratet war Max Nova in erster Ehe mit Ella, geb. Roer (1889-1975), mit der er zwei Kinder hatte: Vera (1913-1981) und Fritz (1915-1995). Ella Nova konnte sich zunächst nach London retten und starb in Tel Aviv. Vera flüchtete 1933 nach Palästina. Fritz Nova entkam zunächst nach Italien, trat zum Christentum über und gelangte schließlich nach Pennsylvania/USA. Familie Nova wohnte zunächst in Schöneberg Am Park 20, dann in der Haberlandstraße 5 (ein Stockwerk unter Albert Einstein) und schließlich in Wilmersdorf in der Güntzelstraße 60.
Max Nova hatte neun Enkelkinder, 2015 lebten zwei in Israel, fünf in den USA.


Biografische Zusammenstellung

Helmut Lölhöffel mit Hilfe eines der Enkelsöhne von Max Nova., Uri Leshem (Israel)