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Philipp Kozower

Portrait von Philipp Kozower, um 1930 © Privatarchiv
Stolpersteine für Philipp, Gisela, Alice, Eva Rita und Uri Aron Kozower © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
VERLEGEORT
Oranienburger Str. 9

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
Oktober 2002

GEBOREN
29.01.1894 in Berlin
BERUF
Rechtsanwalt, Notar
DEPORTATION
am 28.01.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 12.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Philipp Kozower wurde am 29. Januar 1894 in Berlin geboren. Seine Ehefrau Gisela Kozower, geb. Herzberg, am 18. Dezember 1901 in Breslau geboren, brachte drei Kinder zur Welt.
Die Familie Kozower lebte in der Oranienburger Str. 9–10 in Berlin-Mitte.

Philipp Kozower war Rechtsanwalt und Notar. Er war führend in der örtlichen Zionistischen Vereinigung als Vorstandsmitglied der Jüdischen Gemeinde und Dezernent für das Friedhofswesen tätig. Zuletzt war er auch Vorstandsmitglied der Reichsvereinigung der Juden in Deutschland.

Philipp Kozower, seine Frau Gisela sowie ihre drei Kinder, Eva Rita (10 Jahre), Alice (8 Jahre) und Uri Aron (2 Monate), wurden am 28. Januar 1943 mit dem „83. Alterstransport“ in das Ghetto Theresienstadt gebracht. In den Waggons  – als  kleinerer Transport mit 100 Personen wahrscheinlich an den Regelzug vom Anhalter Bahnhof angehängt – fuhr auch der Rabbiner der Jüdischen Gemeinde, Dr. Leo Baeck, mit, der den Krieg überleben sollte.

Wie Baeck war auch Philipp Kozower in Theresienstadt Mitglied des „Ältestenrats“, der die Anweisungen der SS-Lagerleitung umzusetzen hatte. Er war Leiter der Poststelle im Ghetto.

Im  Sommer 1944 wurden In diesem „Vorzeigelager“  einige  Insassen angewiesen, im NS-Propagandafilm „Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ als Komparsen mitzuwirken. So auch Familie Kozower: Sie sollte in der Schlussszene eine idyllische Familiensstimmung im Ghetto vortäuschen. 

Nach Fertigstellung des Films im September 1944  verschleppte man sie – wie fast alle anderen Mitwirkenden auch – in das Vernichtungslager Auschwitz. Der Transport erfolgte am 12. Oktober 1944. 

Bei der Befreiung des Konzentrationslagers im Januar 1945 waren sie nicht unter den Überlebenden.


Biografische Zusammenstellung

Bürgerverein Luisenstadt

bearbeitet / ergänzt (2009) :

Wilfried Burkard

Koordinierungsstelle STOLPERSTEINE für Berlin