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Jenny Rosenthal (geb. Glass)

Jenny Rosenthal © OTFW
VERLEGEORT
Stubenrauchstr. 11

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
25.03.2011

GEBOREN
04.02.1887 in Raschkow (Posen) / Raszków
DEPORTATION
am 29.11.1942 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Jenny Glass wurde am 4.Februar 1887 in Raschkow (heute Raszków in Polen) geboren. Raschow war eine Kleinstadt im Kreis Adelnau im Süden der preussichen Provinz Posen. IOm Landkreis lebten in der großen Mehrzahl Polen, um die Jahrhundetwende waren es 90% der Bevölkerung. In Raschkow gar es um diese Zeit nur noch 84 Juden - ihre Zahl war nach der Mitte des 19. Jahrhunderts stetig gesunken. Sie waren nach "Westen" gezogen, oftmals nach Berlin: Zu ihnen gehörte auch Berthold Kempinski, der in Raschkow geborene Namensgeber der berühmten Hotelkette.
Über das Leben von Jenny Glass ist nur sehr wenig bekannt: Sie hatte eine ältere Schwester mit Namen Minna, 1881 in Raschkow geboren und später als verheiratete Goldberg ebenfalls in Berlin wohnend. Jenny Glass war mit Julius Rosenthal verheiratet, einem 1881 in Briesen/Westpreußen (heute: Wabrzezno) geborenen Kaufmann. Das Ehepaar hatte einen Sohn. Im Berliner Adressbuch von 1933 findet sich der Ehemann zum ersten mal als Kaufmann Julius Rosenthal in der Stubenrauchstraße 11. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist er dort mit einer "Likörfabrik" verzeichnet.
Der Sohn von Jenny und Julius Rosenthal konnte emigrieren. Die Schwester Minna Goldberg lebte nun als Witwe in der Stubenrauchstraße 63. Sie muss als Untermieterin gewohnt haben, denn ihr Name fehlt im Berliner Adressbuch. Am 1. April 1942 zog das Ehepaar Rosenthal ebenfalls in das Haus Nr. 63. Es wohnte die nächten Monate zur Untermiete in einem Zimmer der Wohnung von Eduard Hirschberg, einem ehemaligen Landgerichtsdirektor. (Eduard Hirschberg, geboren 23.1.1875 als Sohn eines Kaufmanns in Danzig, wohnte in Tilsit und Berlin.)
Jenny Rosenthals Schwester Minna Goldberg wurde am 14. April 1942 nach Warschau deportiert und ist umgekommen. Der Vermieter Eduard Hirschberg nahm sich am 22. August 1942 das leben, wohl um der Deportation nach Theresienstadt zu entgehen.
Jenmny Rosenthal wurde am 29.November 1942 gemeinsam mit ihrem Ehemann (und fast 1000 Schicksalsgenonnen) vom Bahnhof Grunewald aus nach Auschwitz deportiert. Dort verliert sich ihre Spur - das bedeutet fast immer, dass die Deportierten sofort ermordet wurden.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Dietlinde Peters auf der Grundlage der Vorarbeiten von Hannelore Emmerich und eigener Recherchen

Weitere Quellen

Alfred Gottwaldt/Diana Schulle: Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005,
www.juedische-gemeinden.de, www.sztetl.org.pl/de/article/swinou...