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Julius Rosenthal

Stolperstein für Julius Rosenthal. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Stubenrauchstr. 11

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
25.03.2011

GEBOREN
25.02.1881 in Briesen (Westpreußen) / Wąbrzeźno
BERUF
Likörfabrikant
DEPORTATION
am 29.11.1942 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Julius Rosenthal wurde am 25. Februar 1881 in Briesen/Westpreußen (heute: Wabrzezno in Polen) geboren. Zum Zeitpunkt seiner Geburt sprachen die 4500 Einwohner von Briesen in der Mehrzahl polnisch und waren katholisch. Die jüdische Gemeinde besaß 1885 ungefähr 600 Mitglieder und immerhin sieben der 18 Kommunalvertreter waren Juden.
Über das Leben von Julius Rosenthal wissen wir nur sehr wenig: Er war mit der 1887 in Raschkow/Posen (heute Raszkow in Polen) geborenen Jenny Glass verheiratet. Das Ehepaar hatte einen Sohn. Die 1881 geborene ältere Schwester seine Ehefrau, Minna verheiratete Goldberg lebte ebenfalls in Berlin.
Im Berliner Adressbuch von 1933 findet sich Julius Rosenthal zum ersten Mal in der Stubenrauchstraße 11: als Kaufmann Julius Rosenthal. Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs ist er dort mit einer "Likörfabrik" verzeichnet. Der Sohn von Julius und Jenny Rosenthal konnte emigrieren. eine verwitwete Schwägerin Minna Goldberg lebte nun als Untermieterin in der Stubenrauchstraße 63.
Am 1. April 1942 zog das Ehepaar Rosenthal ebenfalls in das Haus Nr. 63. Es wohnte bis zu seiner Deportation zur Untermiete in einem Zimmer der Wohnung von Eduard Hirschberg, seinem ehemaligen Landgerichtsdirektor. (Eduard Hirschberg, geboren am 23.1.1875 als Sohn eines Kaufmanns in Danzig, wohnte in Tilsit und Berlin.) Julius Rosenthal musste als Zwangsarbeiter bei der Firma Eltron in Berlin-Tempelhof arbeiten. Bis heute für ihre Heißwassergeräte bekannt, stellte die Firma während des Zweiten Weltkriegs Rüstungsgüter für die Luftwaffe her. (Das Werk in Tempelhof wurde 1943 ausgebombt.)
Julius Rosenthals Schwägerin Minna Goldberg wurde am 14. April 1942 nach Warschau deportiert und sit dort umgekommen. Der Vermieter Eduard Hirschberg tötete sich am 22. August 1942 selbst, wohl um der Deportation nach Theresienstadt zu entgehen.
Julius Rosenthal wurde am 29. November 1942 gemeinsam mit seiner Ehefrau Jenny (und fast 1000 Schicksalsgenossen) vom Bahnhof Grunewald aus nach Auschwitz deportiert. Dort verliert sich die Spur der Eheleute - das bedeutet fast immer, dass die Deportierten sofort ermordet worden sind.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Dietlinde Peters auf der Grundlage der Vorarbeiten von Hannelore Emmerich und eigener Recherchen

Weitere Quellen

Alfred Gottwaldt/Diana Schulle: Die Judendeportationen aus dem Deutschen Reich 1941-1945, Wiesbaden 2005
www.juedische-gemeinden.de