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Max Cohn

Stolperstein für Max Cohn. Fotorechte: D. Janke.
VERLEGEORT
Archenholdstraße 39

BEZIRK/ORTSTEIL
Lichtenberg – Friedrichsfelde
VERLEGEDATUM
07.05.2004

GEBOREN
23.03.1882 in Alt Karbe / Stare Kurowo
DEPORTATION
am 19.01.1942 nach Riga
TOT
in Riga

Max Cohn wurde am 23. März 1882 in Alt Karbe (polnisch: Stare Kurowo) geboren, das damals zur preußischen Provinz Brandenburg gehörte und heute im Westen Polens liegt. Mit seiner gleichaltrigen Frau Marianne (geborene Bergen), die aus dem hessischen Gelnhausen stammte, lebte er bis 1924 in Eisleben. Dort kam am 1. Oktober 1922 sein Sohn Heinz Leopold zur Welt, eine erstgeborene Tochter war drei Tage nach der Geburt gestorben.
Im Dezember 1924 zog die Familie nach Berlin-Friedrichsfelde in eine Zwei-Zimmer-Wohnung in der Walderseestraße 22 (heute Archenholdstraße 39). Max Cohn arbeitete als Vertreter bei der Knöpfe-Großhandlung Bruno Herzfeld, die ihren Firmensitz in der Alexanderstraße 46/48 hatte. Nach Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft wurde ihm gekündigt, weil er Jude war.
Sein Sohn Heinz besuchte die Volksschule in Friedrichsfelde und anschließend die Mittelschule, bevor er zur jüdischen Schule in der Kaiserstraße (heute Jacobystraße) wechselte. Als sein Schulabschluss kurz bevorstand, bekam Heinz ein Visum für die USA. Ende Februar 1937 verließ der damals 14-Jährige das Deutsche Reich und kam am 5. März auf der „George Washington“ in New York an, wo er bei Verwandten unterkam. Ab Oktober 1938 wohnte Max Cohns Schwägerin Regine Bergen, eine Schwester seiner Frau, als Untermieterin bei ihnen, bis sie im Februar 1940 ebenfalls in die USA auswanderte.
Am 19. Januar 1942 wurde Max Cohn zusammen mit seiner Frau Marianne nach Riga deportiert und dort ermordet. Sein Sohn Heinz, der seinen Namen zu Henry Carlen änderte, benannte seine 1949 geborene Tochter nach seiner Mutter Marianne. Er arbeitete noch 2012 im Alter von 89 Jahren als Buchhalter des 1937 gegründeten jüdischen Feinkostrestaurants Carnegie Deli in New York.


Biografische Zusammenstellung

Julia Chaker

Weitere Quellen
  • Kauperts, Straßenführer durch Berlin
  • Museum Lichtenberg im Stadthaus
  • New York Daily News, 80 is the new 50: City seniors are not the retiring type (by Heidi Evans), 29.04.2012
  • Thea Koberstein/Norbert Stein, Juden in Lichtenberg mit den früheren Ortsteilen in Friedrichshain, Hellersdorf und Marzahn, hg. vom Kulturbund e.V., Berlin 1995, S. 222 und 225
  • www.statistik-des-holocaust.de, Deportationsliste IX. Osttransport.