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Motel Wellner

Foto:Initiative Stolpersteine Charlottenburg-Wilmersdorf
VERLEGEORT
Augsburger Str. 29

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
29.03.2008

GEBOREN
05.09.1917 in Bendzin (Schlesien) / Będzin
FLUCHT
1939 Flucht nach Belgien
INHAFTIERT
ab März 1939 in
DEPORTATION
nach Ghetto Bendzin-Bendsburg / Będzin
WEITERE DEPORTATION
im Jahre 1942 nach Auschwitz
ERMORDET
1944 in Auschwitz

Motel Moritz Wellner wurde am 5. September 1917 in Będzin (von den Nationalsozialisten umbenannt in Bendsburg) bei Kattowitz (Katowice) im Süden Polens, etwa 50 Kilometer von Wolbrom, der Geburtsstadt seiner Mutter Malka, entfernt, geboren. Er war ledig und arbeitete als Angestellter bei den Kupfer- und Messingwerken Hirsch in Finow bei Eberswalde im Norden Berlins. Es wurde ihm für die Zeit nach dem Handelsstudium sogar die Prokura in Aussicht gestellt. 1938 musste Motel als Jude jedoch die Firma verlassen.
Im März 1939 versuchte Motel mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Szulim nach Belgien zu flüchten. An der deutsch-belgischen Grenze wurden sie jedoch gefasst und in einem Gefangenentransport nach Berlin ins Polizeigefängnis Alexanderplatz geschafft. Die Eltern besorgten Schiffsfahrkarten in ein „Überseeland“. Aber vergeblich: Beide Brüder, die polnische Staatsbürger waren, wurden „abgeschoben“ in ihren Geburtsort Będzin, wo inzwischen ein Sammellager für zur Deportation vorgesehene Juden im Ghetto eingerichtet worden war. Es ist nicht bekannt, wann genau Motel nach Auschwitz deportiert wurde. Auf dem Gedenkblatt in Yad Vashem zitierte seine Cousine „Zeugenaussagen von Mithäftlingen“, die sie in den Entschädigungsakten gefunden hatte: Er sei als „Muselman“ gemeinsam mit Bruder Szulim ins Krematorium Birkenau getrieben worden. Es ist sicher, dass sie dort vergast wurden. Als Todeszeitpunkt wird nach diesen Quellen Juli/August 1944 angegeben.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Evelyn Grollke (Pullach bei München).

Weitere Quellen

Aufzeichnungen und Informationen aufgrund schriftlicher Zeugenaussagen und anderer Dokumente aus Deutschland,
Belgien, Polen und Australien; Ausländermeldelisten Archiv Eberswalde; Verein für Heimatkunde (Hrsg.): Eberswalder Gedenkbuch für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Ergänzungen von Helmut Lölhöffel (Berlin).