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Else Esther Liebermann von Wahlendorf (geb. Holländer)

Foto: A. Bukschat & C. Flegel
VERLEGEORT
Budapester Str. 45

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
September 2006

GEBOREN
1876
IN DEN TOD GETRIEBEN
08.01.1943 in Berlin

Else Esther Liebermann von Wahlendorf, geb. Holländer lebte von 1876 bis 1943. Sie war die Witwe von Paul Liebermann von Wahlendorf und hatte sich 1897, kurz nach ihrem Mann, taufen lassen. Die beiden hatten zwei Kinder: Hans und Ruth, die später nach ihrer Heirat Schwartz
hieß. Die Familie wohnte in der Budapester Straße 45, wo sich heute das Hotel Palace befindet.

Else Liebermann von Wahlendorf wurde trotz ihres früheren Umgangs in der großbürgerlich-adeligen Gesellschaft Berlins wegen ihrer jüdischen Herkunft missachtet und geschmäht, gedemütigt und diffamiert. Anfangs dachte sie noch, sie könne wegen ihres Namens ihr Leben retten. Sie ertrug die offenen Anfeindungen nicht. Am 8. Januar 1943 wurde sie in den Tod getrieben. Sie war 67 Jahre alt.

Ihr Schwiegervater war Adolf Liebermann (1829–1893), der 1873 vom damaligen österreichischen Kaiser Franz Joseph I. als „Ritter Liebermann von Wahlendorf“ in den österreichischen Adelsstand erhoben worden war. Seine Frau hieß mit Vornamen Rina.

Von den drei Söhnen, die Vettern des Malers Max Liebermann waren, traten Paul (1861–1930) und Fritz (1865–1936) 1897 zum Christentum über. Der dritte Sohn Willy Liebermann von Wahlendorf (1863–1939), Chemiker, war strikt gegen christliche Taufen und blieb jüdisch. Er flüchtete vor den Nationalsozialisten nach England, wo er 1939 starb.

Zur Erinnerung an Martha Liebermann (1857-1943), die Frau des berühmten Malers Max Liebermann (1847-1935), die vor der ihr drohenden Deportation Selbstmord beging, wurde ein Stolperstein vor dem Haus des Künstlers am Pariser Platz 7 verlegt. Zum Gedenken an Hans Liebermann, einen Neffen Max Liebermanns, liegt ein Stolperstein an der Binger Straße 25.


Biografische Zusammenstellung

Stolpersteine-Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf

Weitere Quellen

Literatur: Wilhelm Liebermann von Wahlendorf: Erinnerungen eines deutschen Juden 1863–1936. München 1988