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Recha Levy

Foto: A. Bukschat & C. Flegel
VERLEGEORT
Markgraf-Albrecht-Str. 6

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Halensee
VERLEGEDATUM
08.05.2012

GEBOREN
19.06.1880
BERUF
Privatier/Garderobefrau/Kosmetikerin
DEPORTATION
am 01.11.1941 nach Łódź / Litzmannstadt
ERMORDET
08.05.1942 in Chełmno / Kulmhof

Recha Levy wurde am 19. Juni 1880 im Westpreußischen Marienburg geboren. Die Datenbank westpreußischer Personen und Familien weist nur 4 Personen mit dem Familiennamen Levy aus, keine dieser Personen scheint jedoch in einer verwandtschaftlichen Beziehung zu Recha gestanden zu haben. Ihr familiärer Hintergrund bleibt im Dunkeln, ebenso der Umstand ihrer Übersiedlung nach Berlin.

In den historischen Berliner Adressbüchern finden sich unter der Adresse Markgraf – Albrecht – Straße 6 ab 1935 Eintragungen unter ihrem Namen, zunächst mit der Angabe „Privatier“. Danach war sie als Garderobenfrau und von 1939 bis 1941 als Kosmetikerin gemeldet.

In ihrer Wohnung war ab 1939 auch der Architekt Erich Wilk untergebracht. Infolge des Gesetzes über Mietverhältnisse mit Juden vom April 1939 musste Erich Wilk seine Wohnung in der Regensburger Straße 8 von heute auf morgen verlassen und wurde in die Markgraf – Albrecht – Straße zwangsumgesetzt.

Am 1. November 1941 wurden aus diesem Haus Recha Levy, ihr Mitbewohner Erich Wilk, sowie drei Mitglieder der Familie Banner in dem letzten der insgesamt 4 aufeinander folgenden Berliner Transporte in das Getto von Litzmannstadt (Łódź) deportiert. Sie und Erich Wilk wurden im Getto in der Blattbindergasse 17, Wohnung 7 untergebracht. Die Verhältnisse in den völlig überfüllten Behausungen waren menschenunwürdig und darauf angelegt, die Insassen durch Hunger, Krankheiten und Überarbeitung zu zerstören.

Am 8. Mai 1942 wurde Recha Levy, wieder zusammen mit Erich Wilk, in das 70 km entfernte Kulmhof (Chelmno) verschleppt. Man trieb sie dort in einen der Gaswagen, wo sie durch die eingeleiteten Auspuffgase qualvoll getötet wurden. Anschließend wurden ihre Leichen in einem Massengrab verscharrt.


Biografische Zusammenstellung

Recherche und Text: Karin Sievert

Weitere Quellen

- Deportationslisten
- Loose: „Berliner Juden im Getto Litzmannstadt 1941 - 1944