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Alfred Bergmann

Foto:B.Plewa
Alfred Bergmann, Foto: Familienarchiv
VERLEGEORT
Uhlandstr. 194 A

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
12.05.2006

GEBOREN
21.10.1910
FLUCHT
Flucht in die Schweiz und nach Frankreich
VERHAFTET
im Jahre 1933 in
INHAFTIERT
im KZ Esterwegen
VERHAFTET
im Jahre 1940 in /an der Schweizer Grenze
ERMORDET
20.04.1940 in Gestapo-Haft

Alfred Bergmann wurde am 21. Oktober 1910 in Berlin geboren. Seine letzte Adresse war die Uhlandraße 194 a, sein Vater war der Rabbiner Dr. Jula Bergmann. Er hatte sieben Kinder, von denen zwei Sozialdemokraten und drei Kommunisten wurden.

Seit 1927 war Alfred Bergmann Mitglied des Kommunistischen Jugendverbands Deutschlands (KJVD) und des Sozialistischen Schülerbundes. Nach dem Abitur 1928 am Mommsen-Gymnasium schloss er sich der Kommunistischen Partei-Opposition (KPD-O) an, einer 1928/29 von der KPD abgespaltenen Gruppierung, die von den Nationalsozialisten in die Illegalität getrieben und von der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) zerschlagen wurde. Während seines Medizinstudiums leitete er die Studentengruppe der KPD-O in Berlin. Im März 1933 wurde er wegen Widerstands gegen das NS-Regime verhaftet, im April 1933 kam er ins Moorlager Papenburg und in das Konzentrationslager Esterwegen im Emsland.
Als Alfred Bergmann im Dezember 1933 aus dem KZ entlassen wurde, waren der Vater, die Mutter und die jüngste Schwester im Aufbruch nach Palästina. Sie verließen Berlin im Januar 1934. Alfred Bergmann flüchtete über Frankreich in die Schweiz.

Nachdem er das Medizin-Studium in Basel bei dem Internisten Rudolf Staehelin beendet hatte, arbeitete er in einigen Schweizer Spitälern als Arzt, jeweils mit begrenzter Arbeitserlaubnis. Er durfte nur dort eine Arztstelle annehmen, wo sich kein Schweizer Arzt bewarb. An seiner letzten Arbeitsstelle wurde er denunziert und auf Verlangen der deutschen Behörden im April 1940 an die Gestapo ausgeliefert, die ihn ohne Gerichtsverhandlung am 20. April 1940 ermordete.


Biografische Zusammenstellung

Gedenkstätte Deutscher Widerstand