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Max Friedlaender

Stolperstein für Max Friedlaender © Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin
VERLEGEORT
Windscheidstr. 37

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
12.05.2006

GEBOREN
23.04.1878 in Lötzen / Giżycko
BERUF
Maschinenbau-Ingenieur
DEPORTATION
am 17.03.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 16.05.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
Juni 1944 in Auschwitz

Max Marcus Friedlaender wurde am 23. April 1878 in Lötzen (Ostpreußen, heute polnisch: Giżycko) geboren. Seine Ehefrau war Sabine Friedlaender, geb. Friedländer (sic!), geboren am 26. Dezember 1876 in Berlin. Sie wohnten in Charlottenburg in der Windscheidstraße 37. Viel spricht dafür dass er der Bruder von Minna Blume Salinger, geboren am 14. November 1868, war. Jedenfalls wohnte Minna Salinger zuletzt kurz vor ihrer Deportation im gleichen Haus in der Windscheidstraße 37.

Er war Maschinenbau-Ingenieur. Seine Ausbildung absolvierte er am Thüringischen Technikum in Ilmenau. Zuletzt war er Inhaber des Ingenieurbüros Hermann Münster in Charlottenburg, Fritschestraße 38. Es war 1905 gegründet worden und wurde 1941 zwangsliquidiert. Am 26.11.1929 trat er in die Freimaurerloge Friedrich Ludwig Schroeder ein.

Deportiert wurde Max Marcus Friedlaender am 17. März 1943 zunächst nach Theresienstadt ins Ghetto, das für die meisten ein Durchgangslager war, von dort am 16. Mai 1944 nach Auschwitz ins Vernichtungslager. Umgebracht wurde er im Juni 1944. Seine Frau Sabine Friedlaender wurde am 3. März 1943 ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert und im April 1943 ermordet.
In diesem Haus wohnte eine Zeitlang Minna Blume Salinger, geb. Friedlaender, geboren am 14. November 1868 in Lötzen (Ostpreußen, Giżycko). Sie wohnte in Arnstadt (Thüringen) und von 1915 bis 1937 in München, bevor sie am 1.10.1937 nach Berlin zog. Dort war sie nach dem Tod ihres Mannes Hugo Salinger (1937) in der Seesener Straße 14 gemeldet, suchte jedoch, wahrscheinlich 1942, in der Windscheidstraße 37 Unterschlupf. Dort wohnten Max Marcus Friedlaender und Sabine Friedlaender, wahrscheinlich seine Frau. Minna Salinger wurde am 11. September 1942 nach Theresienstadt deportiert, wo sie am 19. März 1943 ermordet wurde.
Ihr Sohn Hermann Salinger, geboren am 3. April 1903 in Berlin, wohnte 1937 zwei Monate lang bei ihr. Er flüchtete 1939 nach Belgien, wurde aber gefasst und vom Internierungslager Drancy nördlich von Paris am 28. August 1942 nach Auschwitz gebracht und dort ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Dieter Fauth (Wertheim) und Helmut Lölhöffel (Berlin-Charlottenburg).