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Ludwig Sabat

Stolperstein für Ludwig Sabat. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Eichborndamm 84

BEZIRK/ORTSTEIL
Reinickendorf – Reinickendorf
VERLEGEDATUM
23.07.2012

GEBOREN
15.08.1878 in Wien
BERUF
Klempnermeister
DEPORTATION
am 28.06.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
November 1943 in Auschwitz

Lebensweg von Ludwig Sabat
Ludwig Sabat wurde am 15. August 1878 in Wien geboren. Von Beruf war er Klempnermeister. Er war jüdischen Glaubens. Verheiratet war Ludwig Sabat mit Margarete, geb. Rosenbaum.
Wann genau er nach Berlin zog, ist nicht bekannt. Seine erste bekannte Anschrift, die Bernauer Straße 70 in Berlin Wedding, stammt aus dem Jahr 1909. Im gleichen Jahr, am 28. Januar 1909, wurde seine Tochter Frieda geboren. In den Folgejahren zog die Familie Sabat in Berlin mehrfach um. Am 2. Dezember 1919 wurde die zweite Tochter, Charlotte Margarete, geboren. Fünf Jahre später, am 25. September 1924, legte Ludwig Sabat seine Meisterprüfung ab. Er macht sich 1925 selbständig und wird wahrscheinlich zeitgleich Mitglied der Klempner-Innung. Die Innung kann ihn 1927 unter der Mitgliedsnummer 1.006 nachweisen.
1932 zog die Familie sowohl privat als auch mit ihrem Betrieb aus dem Wedding nach Berlin-Reinickendorf in das von ihnen erworbene Haus Eichbornstraße 40, den heutigen Eichborndamm. Vier Jahre später, 1936, verkaufte Ludwig Sabat dieses Haus wieder und erwarb das Gebäude Eichborndamm 84, in dem er nachweislich bis 1939 in einer 3-Zimmer-Wohnung lebte. Hier wohnte auch Tochter Frieda mit ihrem Ehemann Walter Antonius.
In dem gleichen Haus ist auch der Klempnerei- und Bleilötbetrieb von Ludwig Sabat ansässig mit regelmäßig 10-15 Angestellten, zeitweise auch doppelt so vielen. Die Bleilöterei Sabat war die größte ihrer Art in Berlin. Anfang April 1939 wurde Ludwig Sabat gezwungen, die Bleilöterei an die Bleiwerk Goslar KG zu verkaufen. Die Maschinen und Werkzeuge der Klempnerei waren nicht Teil des Verkaufs. Allerdings ist der Betrieb Sabat aus dem Handelsregister gelöscht worden, so dass der Fortbestand der Klempnerei fraglich ist. Aus der Handwerkrolle und den Innungslisten wurde Ludwig Sabat spätestens am 1. September 1939 gelöscht.
Am 27. Juni 1939 wanderte die Tochter Charlotte Margarete mit nur 19 Jahren nach London aus. Nach Einführung des Judensterns 1941 trennten sich die Eheleute Sabat aus Sicherheitsgründen. Ludwig Sabat lebte bei einer entfernten Verwandten von Margarete in der Naunynstraße.
Ludwig Sabat wurde am 28. Juni 1943 mit dem „39. Osttransport“ zusammen mit 314 weiteren Menschen von Berlin nach Auschwitz deportiert. In Auschwitz wurde der Zugang von etwa 346 Personen vermerkt, darunter vermutlich die Insassen von mehreren „Sammeltransporten“. Nach einer „Selektion“ wurden 117 Männer sowie 93 Frauen als Häftlinge in das Lager eingewiesen. Die übrigen 136 Menschen wurden in den Gaskammern getötet.1
Ludwig Sabat gehörte zu den Menschen, die als Häftlinge eingewiesen wurden. Er wurde im November 1943 in Auschwitz ermordet.
Margarete Sabat überlebte illegal unter anderem Namen. Nach dem Krieg lebte sie zeitweise bei ihrer Tochter in London. Sie verstarb am 9. Oktober 1951 in Berlin.


Biografische Zusammenstellung

AG Stolpersteine Reinickendorf