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Recha Kniebel

Stolperstein für Recha Kniebel. Fotorechte: D. Janke.
VERLEGEORT
John-Sieg-Straße 1-3

BEZIRK/ORTSTEIL
Lichtenberg – Lichtenberg

GEBOREN
05.11.1904 in Posen / Poznań
BERUF
Kontoristin
DEPORTATION
am 28.10.1942 nach Theresienstadt
ÜBERLEBT

Die gelernte Kontoristin Recha Blond wurde am 5. November 1904 in Posen (heute: Poznań / Polen) geboren. In Berlin lebte sie von 1933 bis 1937 in der Lychener Straße in Prenzlauer Berg. Sie heiratete 1937 den 18 Jahre älteren Handelsvertreter Max Kniebel, der ebenfalls aus der Gegend um Posen stammte. Etwa ein Jahr wohnten beide zusammen in der Hochmeisterstraße 1 (heute Husemannstraße 1), bevor sie gezwungen waren, ihre Wohnung aufzugeben. Sie zogen in die Tasdorfer Straße 71 nach Lichtenberg zu Max Kniebels älterer Schwester Rosalie Aronsohn. Recha Kniebel gab später in ihrem Antrag auf Rückerstattung ihres vom Deutschen Reich geraubten Vermögens an, dass es sich um eine Zwangseinweisung gehandelt habe.
Am 28. Oktober 1942 wurde Recha Kniebel zusammen mit ihrem Mann nach Theresienstadt deportiert. Nach knapp zwei Jahren im Ghetto wurde das Ehepaar am 1. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert, wo Max Kniebel ermordet wurde.
Recha Kniebel wurde von Auschwitz weiter nach Mauthausen verschleppt und erlebte dort am 5. Mai 1945 die Befreiung des Lagers durch die US-Armee. Sie war so entkräftet, dass sie noch fast drei Monate in einem auf dem Lagergelände provisorisch eingerichteten Krankenhaus behandelt werden musste. In dieser Zeit starben dort noch Tausende an den Folgen der KZ-Haft. Vorübergehend kehrte Recha Kniebel nach Berlin zurück, wo sie im Krankenhaus der Jüdischen Gemeinde in der Iranischen Straße untergebracht war und zeitweise bei Verwandten unterkam.
Sie ging nach Belgien, heiratete dort erneut und hieß seitdem Levinthal. Ihr zweiter Ehemann war aus dem Exil in Shanghai zurückgekehrt. Mit ihm zog sie Mitte der 1950er Jahre in die USA. Bis zu ihrem Tod Ende der 1970er Jahre lebte sie in Massachusetts.


Biografische Zusammenstellung

Julia Chaker

Weitere Quellen

Kauperts, Straßenführer durch Berlin;
Thea Koberstein, Norbert Stein: Juden in Lichtenberg mit den früheren Ortsteilen in Friedrichshain, Hellersdorf und Marzahn, hg. vom Kulturbund e.V., Berlin 1995, S. 96–97.
www.statistik-des-holocaust.de, Deportationsliste 68. Alterstransport