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Alice Leske

Stolperstein für Alice Leske. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Bruno-Wille-Straße 108

BEZIRK/ORTSTEIL
Treptow-Köpenick – Friedrichshagen
VERLEGEDATUM
27.04.2012

GEBOREN
14.04.1884 in Berlin
BERUF
Lehrerin
DEPORTATION
am 13.01.1942 nach Riga
WEITERE DEPORTATION
am 09.08.1944 nach Stutthof / Sztutowo
TOT
28.12.1944 in Stutthof

Alice Leske, geboren 1884, wurde im Alter von sieben Jahren gemeinsam mit ihren Schwestern auf Veranlassung ihres jüdischen Vaters getauft. Er hoffte, den Mädchen durch den Anschluss an die christliche Gemeinde bessere Ausbildungsmöglichkeiten erschließen zu können.

1906 wurde Alice als Lehrerin in den Volksschuldienst aufgenommen. 1919 trat sie eine Stelle in der 2. Volksschule für Mädchen in der Wilhelmstraße (heute Peter-Hille-Straße) in Friedrichshagen an. Sie war bei ihren Schülerinnen beliebt, die 1935 über das plötzliche Verschwinden ihrer Lehrerin erschüttert waren. Sie wussten nicht, dass Alice Leske den Nationalsozialisten als Jüdin galt und deswegen aus dem öffentlichen Schuldienst gedrängt worden war.

Am 13. Januar 1942 wurde sie von ihrer Familie zum Bahnhof gebracht, von dem aus sie in das Ghetto von Riga deportiert wurde. Bevor sie am 9. August 1944 in das KZ Stutthof bei Danzig verschleppt wurde, kam noch zweimal Post aus Riga von ihr. Alice Leske überlebte nur fünf Monate in Stutthof. Am 28. Dezember 1944 starb sie dort im Alter von 60 Jahren.


Biografische Zusammenstellung

Maria Hufenreuter aus: Stolpersteine in Berlin #2. 12 Kiezspaziergänge