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Gisela Juliusburger

Stolperstein für Gisela Juliusburger. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Schönhauser Allee 31

BEZIRK/ORTSTEIL
Pankow – Prenzlauer Berg
VERLEGEDATUM
11.05.2011

GEBOREN
29.06.1923 in Berlin
TOT
01.09.1944 im Jüdischen Krankenhaus

Geboren 1923 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin, erlernte Gisela Juliusburger den Beruf einer Schneiderin und legte 1941 die Gesellenprüfung ab. Zunächst arbeitete sie in einer Schneiderei, ab 1942 musste sie bei Siemens Zwangsarbeit leisten. Ende Februar 1943 wurde sie im Rahmen der sogenannten Fabrikaktion verhaftet. Diese breit angelegte Razzia hatte zum Ziel, alle noch in Berlin lebenden Jüdinnen und Juden in den Fabriken, Wohnungen oder auf der Straße aufzugreifen. Mehrere Tausend wurden verhaftet und nach Auschwitz deportiert. Unter den Verhafteten waren auch ungefähr 1.700 aus „gemischten“ Familien Stammende und in „Mischehe“ Lebende. Es handelte sich vor allem um jüdische Ehemänner nichtjüdischer Frauen. In einer einmaligen Protestaktion demonstrierten im März 1943 zwei Wochen lang Hunderte dieser Frauen vor dem Sammellager in der Rosenstraße in Berlin-Mitte für die Entlassung ihrer jüdischen Familienangehörigen. Anfang März wurden die Inhaftierten wieder freigelassen. Darunter war auch Gisela Juliusburger, die anschließend Zwangsarbeit im Jüdischen Krankenhaus in der Iranischen Straße in Berlin-Wedding leisten musste. Dort versteckte sie ein untergetauchtes, an Tuberkulose erkranktes Mädchen in ihrem Zimmer im Dachgeschoss des Krankenhauses. Das Versteck flog auf. Das Mädchen konnte entkommen, Gisela Juliusburger kam ins Gestapo-Gefängnis, das sich auf dem Gelände des Krankenhauses befand. Nachdem sie erkrankt war – sie hatte sich bei dem untergetauchten Mädchen angesteckt – wurde sie ins Jüdische Krankenhaus verlegt, wo sie am 1. September 1944 starb. Sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee beigesetzt.


Biografische Zusammenstellung

Lara Dämmig. Auszug aus der Publikation: Lara Dämmig, Jüdisches in Pankow. Rundgänge durch Prenzlauer Berg, Pankow und Weissensee, hrsg. vom Museum Pankow, Berlin 2013.