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Jenni Bukofzer (geb. Berndt)

Familienbild, 1917. Jenni Bukofzer sitzt in der Mitte. Fotorechte: Familienbesitz.
Jenni und Samuel Bukofzer (in der Mitte am Tisch), um 1928. Fotorechte: Familienbesitz.
Jenni Bukofzer (rechts) mit ihrer Tochter Luise Bukofzer, verh. Bendit, um 1932. Fotorechte: Familienbesitz.
(V. l. n. r.) Jenni und Samuel Bukofzer mit Leo und Luise Bendit , 1941. Fotorechte: Familienbesitz.
Einlieferungsbeleg 15. März 1944: Die Familie Franz und Regina Vogler, geb. Behrendt und Schwester von Jenni Bukofzer, schickt ein Paket an Jenni in Theresienstadt. Fotorechte: Familienbesitz.
Inhalt des lebenswichtigen Hilfspakets u. a. Mehl, Zucker, Kaffee, Wurst, Kartoffeln. Fotorechte: Familienbesitz.
Dankesschreiben von Jenni Bukofzer aus Theresienstadt am 8. April 1944 für das erhaltene Paket. Fotorechte: Familienbesitz
Dankesschreiben (Rückseite) von Jenni Bukofzer aus Theresienstadt am 8. April 1944 für das erhaltene Paket: Theresienstadt 8/4.44 Meine Lieben! Paket sehr gefreut, kam sehr gelegen, über das Stück Pomersche besonders. Was machen meine Kinder und Geschwister. Ich bin gesund hoffe von Euch das Gleiche. Herzl. Grüße Lene sie soll antworten. Gruß u Kuß von Schwester Jenny. Fotorechte: Familienbesitz
© FHXB Museum Foto: FraCbB
Stolpersteine für die Familie Bukofzer/Bendit (Jenni und Samuel Bukofzer, Tochter Luise, Schwiegersohn Leo Bendit und deren Kind Aron). Fotorechte: D. Janke
VERLEGEORT
Rigaer Straße 80

BEZIRK/ORTSTEIL
Friedrichshain-Kreuzberg – Friedrichshain
VERLEGEDATUM
06.06.2013

GEBOREN
15.05.1885 in Kolberg (Pommern) / Kołobrzeg
DEPORTATION
am 05.06.1942 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 09.10.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Jenni (auch Jenny) Bukofzer wurde am 15. Mai 1885 in Kolberg (heute: Kołobrzeg / Polen) als Tochter der jüdischen Eltern Julius und Frieda (geb. Tau) Berndt geboren. Die Familie kam um 1897 nach Berlin. Jenni Bukofzer hatte drei Kinder.
Das erste Kind war Betti Arndt, die unehelich zur Welt kam. Betti konnte die Zeit des Nationalsozialismus überleben. Als Betti drei Jahre alt war, heiratete ihre Mutter Ende 1906 den Schneider Samuel Bukofzer. Die gemeinsamen Töchter der Eheleute Bukofzer hießen Erna und Luise.
Erna wurde am 21. Oktober 1908 geboren und ging Anfang der 1930er Jahren mit ihrem Mann David Wolkowitz und ihrer im Dezember 1931 in Berlin geborenen Tochter Marie nach Paris, um dem Nationalsozialismus zu entfliehen. In Paris kam 1934 Sohn Jacques zur Welt.
Jenni Bukofzer lebte gemeinsam mit ihrem Mann Samuel in der Rigaer Straße 80 in Friedrichshain. Dort wohnte auch ihre jüngste Tochter Luise mit ihrem Mann Leo Bendit und deren kleinem Sohn Aron, der am 19. März 1940 geboren worden war.
Als am 18. Mai 1942 in Berlin die Widerstandsgruppe um Herbert Baum, deren Mitglieder junge jüdische Kommunisten waren, einen Brandanschlag auf die NS-Propagandaausstellung „Das Sowjetparadies“ verübten, wurde Jennis Ehemann, Samuel Bukofzer, Opfer einer Vergeltungsaktion der Nazis. Am 27. Mai 1942 wurde er in einer „Sonderaktion gegen Juden“ verhaftet und am nächsten Tag im KZ Sachsenhausen erschossen.
Jenni Bukofzer wurde kurz darauf, am 5. Juni 1942, mit einem Sondertransport der 98 Angehörigen der bei der Vergeltungsaktion erschossenen Juden nach Theresienstadt deportiert.
In Theresienstadt war sie über zwei Jahre interniert. Am 8. April 1944 bedankte sich Jenni mit einer Postkarte bei ihrer Schwester Regina für ein Paket mit Lebensmitteln. Sie fragte, was ihre Kinder und Geschwister machten. Sie konnte zu diesem Zeitpunkt nicht wissen, dass viele Familienmitglieder bereits umgebracht worden waren.
Jennis jüngere Schwestern Hedwig und Rosa, die sich der Deportation entzogen hatten und Mitte 1944 festgenommen wurden, kamen im Mai bzw. August 1944 ebenfalls nach Theresienstadt. Die Schwestern sahen sich dort nach Jahren der Trennung nur für kurze Zeit wieder.
Am 9. Oktober 1944 wurde Jenni von Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Die vierköpfige Familie von Jennis Tochter Erna Wolkowitz wurde am 21. August 1942 mit dem 22. Transport aus dem französischen Sammellager Drancy bei Paris nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.
Die Familie von Jennis Tochter Luise Bendit folgte im März 1943. Luise und ihr Sohn Aron wurden am 4. März 1943 in Berlin-Moabit vom Gleis an der Putlitzbrücke mit dem 34. Osttransport nach Auschwitz deportiert. Leo Bendit folgte zwei Tage später am 6. März 1943 mit dem 35. Osttransport. Die gesamte Familie wurde ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Schüler und Schülerinnen der Ag Schule ohne Rassismus des Heinrich-Hertz-Gymnasiums, Berlin

Dagmar Janke, Angehörige

Sophia Schmitz, Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin