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Ida Weinschenk (geb. Bernheim)

Stolperstein für Ida Weinschenk © Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf, April 2013
VERLEGEORT
Sybelstr. 29

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
30.04.2013

GEBOREN
24.01.1882 in Neunkirchen an der Saar
DEPORTATION
von Berlin nach Łódź / Litzmannstadt
WEITERE DEPORTATION
am 08.05.1942 nach Chełmno / Kulmhof
ERMORDET
in Chełmno / Kulmhof

Ida Weinschenk wurde am 24. Januar 1882 als Ida Bernheim in Neunkirchen an der Saar geboren. Sie heiratete Adolf Weinschenk (geboren am 11. Januar 1875) und hatte mit ihm eine Tochter: Gertrud, später verheiratete Zelt. Die verwitwete Ida Weinschenk hatte ihren letzten Wohnsitz als Untermieterin in der Droysenstr. 11. Sie war die erste aus dem Haus Sybelstr. 29, die deportiert wurde, nämlich schon am 18. Oktober 1941. Die systematischen Massendeportationen von Juden hatten Mitte Oktober 1941 begonnen.

Ihre Vermögenserklärung vom 10. Oktober 1941 ist akribisch ausgefüllt und rührend genau – von den Einrichtungsgegenständen bis hin zu ein bisschen Geschirr und Wäsche (z.B. zwei Kopfkissen, eine dreiteilige Matratze, ein Leuchter, ein Dosenöffner, ein Muff, zwei Stöcke, eine Bettjäckchen …). Ida Weinschenk gab an, dass sie 7058,43 RM bei der Deutschen Bank in Halensee und 170 RM in bar in der Wohnung hatte sowie Grundstücksanteile über 7100 RM und 6685,38 RM in ihrem Heimatort Neunkirchen. Auch ihr gesamtes Vermögen wurde wenige Tage später, am 16. Oktober 1941, zugunsten des Deutschen Reichs von der Gestapo eingezogen und ihr Hausrat zwangsweise versteigert. Der Erlös betrug 242,50 RM, das Finanzamt bestätigte den Eingang dieser Summe am 9. Januar 1942. Auch die Grundstücksanteile in Neunkirchen, die Ida Weinschenk geerbt hatte, wurden im Januar 1942 enteignet und das Vermögen über 13 647, 50 RM bei der Bank in Halensee beschlagnahmt. Ida Weinschenk war 59 Jahre alt und krank, als sie zur Sammelstelle in der Synagoge Levetzowstraße musste. Sie wurde mit dem allerersten Transport vom Bahnhof Grunewald nach Łódź (genannt Litzmannstadt) ins Ghetto deportiert und knapp sieben Monate später, am 8. Mai1942, im Vernichtungslager Kulmhof (Chełmo, Polen) ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Kerstin Dörhöfer