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Hermann Hertzberg

Stolpersteine für Hermann und Hermine Hertzberg. Copyright: MTS
VERLEGEORT
Innsbrucker Str. 25

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
06.05.2013

GEBOREN
15.04.1870 in Neuruppin
BERUF
Bankangestellter
DEPORTATION
am 28.01.1943 nach Theresienstadt
TOT
23.02.1944 in Theresienstadt

Hermann Hertzberg wurde am 15. April 1870 in Neuruppin geboren. Sein Vater Moritz stammte aus dem heute in Polen liegenden Kobylin bei Posen (Posnan), die Mutter Friedericke war eine geborene Finder. Hermann Hertzberg hattte noch vie Geschwister: Ernestine, Julius, Berta und Georg.
Nach einer Banklehre fand er eine Anstellung bei dem Berliner Bankhaus Mendelssohn in der Jägerstraße Berlin-Mitte, wo er 30 Jahre lang arbeitete und zum Prokuristen aufstieg. Am 4. Juni 1908 heiratete Hermann Hertzberg die aus Danzig stammende Hermine Silberstein. Das Paar wohnte in einem Neubau in der Bamberger Straße 25 in Berlin-Schöneberg. 1909 wurde der Sohn Erich geboren, ein Jahr später die Tochter Charlotte (genannt Lotte).
Ab 1934 lebte die Familie in einer Sechszimmerwohnuzng in der Innsbrucker Straße 25.
Bereits 1936 gelang es dem Sohn Erich nach Palästina zu emigirieren. Auch die Tochter Lotte wanderte 1939 aus, sie ging nach Australien. Hermann und Hermine Hertzberg, mittlerweile Rentner gelang die Emigration nicht mehr. Mit ihren Kindern hielten sie Briefkontakt über das Rote Kreuz, zuletzt wurde der Kontakt aber aufgrund des Krieges immer schwieriger.
Die Hertzberg galten im Sinne der Nürnberger Gesetze als Volljuden und mussten ab September 1941 in der Öffentlichkeit den Judenstern tragen. Hermann und Hermine Hertzberg mussten auch ihre Wohnung verlassen und mehrmals umziehen. Zuletzt lebten sie vermutlich als Untermieter bei Familie Hirschel in der Regensburger Straße 13. Am 1. Oktober 1942 verfügte die Gestapo-Leitstelle Berlin die Einziehung des gesamten Vermögens der Hertzbergs zugunsten des Deutschen Reichs. Eine entsprechende Urkunde wurde ihnen am 25. Januar 1943 in das Gestapo-Sammellager in der Großen Hamburger Straße 26 zugestellt. Offenbar hatten sich die Hertzbergs hier kurz zuvor einfinden müssen.
Am 28. Januar wurden sie im sogenannten 83. Alterstransport hzusammen mit 98 weiteren Personen nach Theresienstadt deportiert. Hermann Hertzberg starb dort am 23. Februar 1944 im Alter von 73 Jahren.


Biografische Zusammenstellung

Uta Fröhlich auf der Grundlage wesentlicher Vorarbeiten von Hannelore Emmerich

Weitere Quellen

LAB (WGA-DB), Rotkreuzbriefe an die Kinder und Heiratsurkunde (Privatbesitz),