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Edmond Adout

Stolperstein für Edmond Adout. Foto: OTFW.
VERLEGEORT
Dortmunder Str. 9

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Moabit
VERLEGEDATUM
August 2010

GEBOREN
13.12.1889 in Adrianopel (Osmanisches Reich) / Edirne
BERUF
Kaufmann / Unternehmer
DEPORTATION
am 11.07.1942 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Edmond Adout wurde am 13.12.1889 in Adrianopel (heute: Edirne/Türkei) geboren. Er entstammte der jüdischen Handelsfamilie von Jacob und Mazalto Adout und war zweitältester Sohn. Beide Eltern starben in den 1920er Jahren. Sein älterer Bruder Maurice besaß seit 1927 die Schweizer Staatsbürgerschaft.

Edmond Adout war offiziell ledig, lebte aber mit seiner Sekretärin, Untermieterin und Lebensgefährtin seit 1932 in einer größeren Wohnung Dortmunder Str. 9. Die Nürnberger Gesetze verhinderten ab 1935 eine Eheschließung.

Der gelernte Kaufmann betrieb hier ein florierendes Handelsgeschäft für Ziegenleder und Schwämme. Im Keller seines Wohnhauses befand sich ein umfangreiches Warenlager. Es enthielt ständig 30 Säcke gepresster und getrockneter Schwämme, die Edmond Adout persönlich von den Mittelmeer-Schiffen in Griechenland und Italien einkaufte. Produktionsstätte und Büro waren Teil der Wohnung, wo die Waren bearbeitet und nach Größen sortiert wurden.

Die Fa. Adout war in Berlin wegen des Angebots hochwertiger Leder sehr geschätzt: der Betrieb lieferte u.a. Fensterleder für die Garagen und Gebäudereinigung des Reichs-Luftfahrt-Ministeriums. Die zunehmenden Schikanen des NS-Regimes gegen jüdische Unternehmen versuchte Edmont Adout zu umgehen, indem er vom Judentum zum Islam übertrat. Allerdings verzögerten die Behörden in Istanbul die erforderliche Beglaubigung der Konvertierung zu lange. Im Juli 1942 wurde Erdmond Adout zur Berliner Fremdenpolizei bestellt, von der er nicht mehr zurückkam. Der 17.Osttransport brachte ihn am 11.Juli 1942 in das Vernichtungslager Auschwitz.

Bei dessen Befreiung im Janaur 1945 war Edmond Adout nicht unter den Überlebenden.

Nach der Deportation beschlagnahmte die Gestapo in der Berliner Wohnung eine Schreibmaschine Typ Mercedes Nr.5, ein Radio-Großsuper-Gerät Marke SABA sowie das gesamte Warenlager im Wert von etwa 16000 - 21000 RM.


Biografische Zusammenstellung

Materialrecherche: Justyna Ploch, Berlin

bearbeitet: Wilfried Burkard, Koordinierungsstelle Stolpersteine Berlin