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Henry Isidor Henoch

Stolperstein für Henyr Isidor Henoch © Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf, April 2013
VERLEGEORT
Sybelstr. 29

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
30.04.2013

GEBOREN
08.04.1873 in Kempen (Posen) / Kępno
BERUF
Kaufmann
DEPORTATION
am 10.09.1942 von Berlin nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
nach Treblinka
ERMORDET
29.09.1942 in Treblinka

Henry Isidor Henoch wurde am 8. April 1873 in Kempen in Posen (heute: Kępno/Polen) geboren, seine Frau Klara, geborene Bernhardt, kam am 3. Oktober 1880 in Berlin zur Welt. Am 11. Februar 1904 wurde ihre Tochter Erna Käte in Schwientochlowitz im Kreis Beuthen in Oberschlesien (heute: Świętochłowice/Polen) geboren.

Henry Isidor Henoch war Kaufmann. Am 1. April 1933 bezogen die Henochs im Gartenhaus der Sybelstraße 29 links im 1. Obergeschoss eine 3-Zimmer-Wohnung, wo sie zehn Jahre lang lebten. Die Wohnung war mit Zentralheizung, Warmwasser, Bad, Balkon und Keller ausgestattet und kostete 95 Reichsmark. Ihre Tochter Erna Unger (s. dort) lebte nach ihrer Scheidung dort wieder mit ihren Eltern zusammen. Außerdem lebte im gemeinsamen Haushalt noch die Schwester von Henry Henoch.

Zum Zeitpunkt der Deportation war der 69-jährige Henry Isidor Henoch nicht mehr berufstätig. Die Tochter Erna Unger war im Siemens-Schuckert-Kleinbauwerk zur Zwangsarbeit eingesetzt. In ihrer Vermögenserklärung sind diverse Möbel und Kleidungsstücke aufgelistet.

Am 9. September 1942 stellte die Gestapo dem Ehepaar Henoch die Verfügung zu, dass all ihr Vermögen eingezogen würde. Tags darauf mussten sie zur Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße 26 und wurden vom Anhalter Bahnhof mit einem sogenannten „Alterstransport“ mit 100 Menschen nach Theresienstadt deportiert. Beide wurden bald danach weiter verschleppt und am 29. September 1942 im Vernichtungslager Treblinka ermordet. Es ist nicht bekannt, ob ihre Tochter benachrichtigt wurde, wohin die Eltern gebracht wurden und wann sie starben. Sie litt weitere fünf Monate in der Wohnung in der Sybelstraße, bis sie selbst Opfer der Judenverfolgung wurde.


Biografische Zusammenstellung

Kerstin Dörhöfer