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Richard Aßmann

Richard Aßmann. Fotorechte: GDW
Stolperstein für Richard Aßmann. Fotorechte: Gabriele Schmitz
VERLEGEORT
Aßmannstraße 46

BEZIRK/ORTSTEIL
Treptow-Köpenick – Friedrichshagen
VERLEGEDATUM
02.12.2013

GEBOREN
16.12.1875 in Berlin
BERUF
Angestellter, Betriebsrat der AOK
ERMORDET WäHREND KöPENICKER BLUTWOCHE
Juni 1933 in Berlin

Über den Werdegang des Sozialdemokraten Richard Aßmann ist wenig bekannt. Angestellt bei einer Allgemeinen Ortskrankenkasse, vertrat er hier als Vorsitzender des Betriebsrates die Interessen der Belegschaft. In Berlin-Köpenick war er Kreisleiter der Organisation „Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold“, die 1924 zum Schutz der Republik gegen ihre politischen Feinde aus den radikalen rechten und linken Lagern gegründet worden war. Er wohnte im Köpenicker Ortsteil Friedrichshagen direkt am Marktplatz, in der Friedrichstraße 114 (heute Bölschestraße 114 Ecke Aßmannstraße 46).

Schon seit dem Frühjahr 1933 gingen die Sturmabteilungen (SA) der NSDAP gewaltsam gegen missliebige Personen vor, so auch in Köpenick. In der Nacht vom 20. auf den 21. Juni 1933 plante die Köpenicker SA eine größere Verhaftungsaktion, bereits in den Vormittagsstunden des 21. Juni kam es in diesem Zusammenhang zu den ersten Verhaftungen. Richard Aßmann wurde von der SA aus der Straßenbahn gezerrt und zusammen mit anderen Festgenommenen in das SA-Lokal „Seidler“ in der Mahlsdorfer Straße gebracht. Dort wurde der 57-Jährige schwer misshandelt. Ob er, wie andere Leidensgenossen, im Laufe der Nacht in das von der Köpenicker SA als Hauptquartier genutzte Amtsgerichtsgefängnis gebracht wurde und hier weitere Misshandlungen ertragen musste, ist nicht überliefert.

Drei Wochen später wurde die in einem Sack eingeschnürte Leiche von Richard Aßmann im Ortsteil Schmöckwitzwerder aus dem Oder-Spree-Kanal geborgen.


Quellen:
BdA Köpenick (Hrsg.): Gedenken und Mahnung – gegen das Vergessen, Zur Erinnerung an die vom Naziterror verfolgten Kinder, Frauen und Männer des Stadtbezirks Berlin-Köpenick in den Jahren 1933 bis 1945, Berlin 2001, S. 23

Geschichtswerkstatt der Berliner Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (BV VVN-BdA) e.V. (Hrsg.): Lexikon Widerstand in Berlin 1933-1945, Bd. 1, Berlin 2004

Hördler, Stefan (Hrsg.): SA-Terror als Herrschaftssicherung. „Köpenicker Blutwoche“ und öffentliche Gewalt im Nationalsozialismus, Berlin 2013

Institut für Marxismus-Leninismus beim Zentralkomitee der SED (Hrsg.): Deutsche Widerstandskämpfer 1933-1945, Biographien und Briefe, Bd. 2, Berlin 1970, S. 464

Wörmann, Heinrich-Wilhelm: Widerstand in Köpenick und Treptow, Berlin 2010

Biografische Zusammenstellung

Marion Goers