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Alice Wallach (geb. Joachimsohn)

Stolperstein Alice Wallach© Initiative Charlottenburg-Wilmersdorf, April 2013
VERLEGEORT
Mommsenstraße 4

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
15.08.2013

GEBOREN
04.07.1879 in Breslau (Schlesien) / Wrocław
DEPORTATION
am 14.12.1942 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Alice Wallach wurde am 4. Juli 1879 in Breslau (Schlesien) unter dem Namen Joachimsohn geboren. Nach Berlin kam sie vermutlich Anfang der 1900er Jahre, als sie Max Wallach, geboren am 11. Juni 1880 in Berlin, heiratete, der 1924 in Moabit in der Müllerstraße 137 einen Getreide- und Kolonialwarenhandel besaß. Das genaue Datum der Eheschließung ist nicht mehr herauszufinden. 1900 war Max Wallach jedenfalls bei der Volkszählung in Mecklenburg-Schwerin als lediger Kaufmann in Wendisch Priborn im Distrikt Ritteramt Lübz gemeldet. Er starb am 30. Mai 1926 in der Schönfließer Straße 17 und wurde am 3. Juni 1926 auf dem Jüdischen Friedhof Weißensee beigesetzt. Die Ehe von Max und Alice Wallach war kinderlos geblieben.

Bis 1931 war Alice Wallach in den Berliner Adressbüchern als Witwe in der Müllerstraße 137 verzeichnet. Von 1932 bis 1934 stand sie nicht in den Adressbüchern, erst 1935 wieder: Alice Wallach, Witwe, Charlottenburg, Mommsenstraße 4. Dort lebte sie, bis sie am 14. Dezember 1942 mit dem von den Nazi-Behörden so genannten „25. Osttransport“ nach Auschwitz deportiert wurde. Sie war 63 Jahre alt.

Es gibt über sie keinerlei schriftliche Zeugnisse mehr. Moritz Joachimsohn, geboren am 25. Juli 1870 in Breslau, vermutlich ihr älterer Bruder, lebte ebenfalls in Berlin. Er wurde im Alter von 72 Jahren zusammen mit seiner Frau Agnes am 16. Dezember 1942, zwei Tage später als seine Schwester, nach Theresienstadt deportiert, wo er noch eineinhalb Jahre den furchtbaren Bedingungen der drangvollen Enge, des Hungers und der Seuchen widerstand, bis er am 16. Mai 1944 starb. Seine Frau wurde nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Für Moritz und Agnes Joachimsohn wurden am 30. September 2010 Stolpersteine in der Fredericiastraße 2 in Charlottenburg verlegt.


Biografische Zusammenstellung

Sigrun Marks