Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Adela Restin (geb. Semmel)

Stolperstein Adela Restin, geb. Semmel © S. Davids
VERLEGEORT
Düppelstr. 30

BEZIRK/ORTSTEIL
Steglitz-Zehlendorf – Steglitz
VERLEGEDATUM
01.09.2018

GEBOREN
11.10.1889 in Borek / Borek Wielkopolski
BERUF
Stenografin
DEPORTATION
am 10.01.1944 nach Theresienstadt
ERMORDET
03.05.1944 in Theresienstadt

Adela Restin kam am 11. Oktober 1878 in Borek im Kreis Posen (heute Borek Wielkopolski in Polen) als Tochter des jüdischen Kaufmanns Max Semmel und seiner Frau Sara, geb. Keil, auf die Welt. Sie hatte fünf ältere Geschwister: Aus der ersten Ehe des Vaters stammten die Kinder Josef (*1862), Luise (*1866) und Rosalie (*1871), mit seiner zweiten Frau Sara hatte er die Söhne Gustl (*1880) und Martin (*1883).
Adela wurde Stenografin und zog nach Berlin. Am 23. September 1905 heiratete sie den nichtjüdischen Tapezierer und Dekorateur Ferdinand Hugo Wilhelm Restin. Ihr Sohn Max kam am 14. November 1906 in Berlin auf die Welt. Von 1912 an wohnte die Familie in der Düppelstraße 30.
Wilhelm Restin arbeitete als Dekorateur, ab 1921 war er Teilhaber der Firma Loeber. Adelas Mann Wilhelm starb am 10. November 1927.
Adela Restin und ihr Sohn Max wohnten weiterhin in der Düppelstraße 30 im Vorderhaus in der ersten Etage. Durch den Tod ihres Mannes hatte sie den relativen Schutz einer „privilegierten Mischehe“ verloren. Anfang Januar 1944 wurde Adela Restin zunächst in die Sammelstelle Große Hamburger Straße gebracht. Dort musste sie die Vermögenserklärung ausfüllen. Sie hatte keinen Besitz mehr und konnte nur einige Kleidungsstücke in die Listen eintragen. Sie bezog eine Invalidenrente von 28 RM. In der Sammelstelle wurde ihr der Beschluss der Vermögensbeschlagnahme zugestellt.
Am 10. Januar 1944 wurde sie mit dem „99. Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Mit diesem Transport wurden viele Personen deportiert, die zuvor in einer privilegierten Mischehe gelebt, diesen Schutz aber verloren hatten, sei es durch den Tod des nichtjüdischen Partners wie bei Adela, sei es durch eine Scheidung.
Adela Restin überlebte die erbärmlichen Bedingungen im Ghetto keine vier Monate, am 3. Mai 1944 starb sie in Theresienstadt.
Ihr Sohn Max lebte bis 1967 in Berlin-Kreuzberg in der Wassertorstraße. Er hatte keine Kinder.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Petra Fritsche

Weitere Quellen