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Martha Schwerin (geb. List)

Stolperstein für die Bewohner der Solinger Str. 10. Fotorechte: OTFW.
Stolperstein zum Schicksal der Bewohner Solinger Str. 10. Fotorechte: OTFW.
VERLEGEORT
Solinger Straße 10

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Moabit
VERLEGEDATUM
September 2003

GEBOREN
17.08.1872 in Posen / Poznań
FLUCHT IN DEN TOD
02.10.1942 in Berlin

Martha List (in manchen Quellen abweichend Licht) wurde am 17. August 1872 als Tochter des jüdischen Ehepaares Isidor und Amalie List in Posen geboren. Mit 21 Jahren heiratete sie am 14. Januar 1894 den Urologen Paul Schwerin, der ebenfalls gebürtig aus Posen stammte und in Berlin Medizin studiert hatte. Kurze Zeit lebten die Eheleute in Aachen, wo am 5. Juli 1895 ihr einziges Kind Alfred zur Welt kam. Im Jahr darauf zog die Familie nach Berlin. Etwa ab 1913 wohnte Familie Schwerin rund zwanzig Jahre lang in der Barbarossastraße 44 in Schöneberg. Alfred studierte während dieser Zeit an der Berliner Universität Medizin, wurde wie sein Vater Urologe und stieg nach der Approbation im Jahr 1920 in dessen Praxis mit ein. In den 1930er Jahren verlegte Paul Schwerin seine Praxis von der Prinzenstraße 82 in die Oranienstraße 66 und Alfred eröffnete eine eigene Praxis in der Brunnenstraße 46. Vermutlich befand sich auch die Wohnung von Martha und Paul Schwerin in der Oranienstraße 66, zumindest ist dies im Berliner Adressbuch der Jahre 1933 bis 1935 die einzige angegebene Anschrift. Mitte der 1930er Jahre zogen sie in die Solinger Straße 10. Nachdem im Sommer 1938 ein allgemeines Berufsverbot für jüdische Ärzte erlassen worden war, musste Paul Schwerin seine Praxis schließen. In der Solinger Straße wohnte auch ihr Sohn Alfred wieder mit ihnen zusammen, bis er im Juni 1941 über Spanien in die USA emigrierte. Außerdem wohnte auch Martha Schlomer (geb. Schwerin) bei ihnen, vermutlich die Schwägerin von Martha Schwerin. Sie wurde am 14. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und starb dort wenige Tage später. Am 2. Oktober 1942 wurden Martha und Paul Schwerin von der Gestapo abgeholt. Sie nahmen sich auf dem Weg zur Sammelstelle in der Großen Hamburger Straße gemeinsam das Leben.


Biografische Zusammenstellung

Julia Chaker