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Max Sittner

Stolperstein für Max Sittner. Foto: D. Janke.
VERLEGEORT
Große Hamburger Str. 30

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Mitte
VERLEGEDATUM
Mai 2006

GEBOREN
17.01.1870 in Neisse (Schlesien) / Nysa
BERUF
Apotheker
DEPORTATION
am 14.09.1942 nach Theresienstadt
TOT
im Ghetto Theresienstadt

Der Apotheker Max Sittner wurde am 17. Januar 1870 im schlesischen Neisse (heute: Nysa / Polen) geboren. Er wuchs als Einzelkind in einer jüdischen Familie auf und studierte nach dem Abitur an der Universität München Pharmazie. Später lebte er mit seiner Frau Melanie (geb. Weissenberg) in Berlin. In ihrer gemeinsamen Wohnung in der Fürbringerstraße 7 wurde Ende 1899 sein Sohn Jacob Richard geboren. Das zweite Kind, Markus Georg, starb 1902 im Alter von nur drei Monaten. Die Familie zog in die Cuxhavener Straße 7 um, wo im April 1906 die Tochter Charlotte Gertrud zur Welt kam. Sie starb im Herbst 1913 mit siebeneinhalb Jahren aus unbekannten Gründen. Im Mai 1915 wurde der jüngste Sohn Friedrich Wilhelm geboren. Damals wohnte Familie Sittner bereits seit mehreren Jahren in der Großen Hamburger Straße 30. Max Sittner arbeitete in der Apotheke „Zum weißen Schwan“, bis er im Juni 1923 die Gotzkowsky-Apotheke – Allopathie und Homöopathie engros und Export – übernahm. Die geräumige Apotheke an der Ecke Alt-Moabit/Gotzkowskystraße existiert noch heute. Im Oktober 1926 starb Max Sittners ältester Sohn Jacob Richard 25-jährig in Danzig. Auch bei ihm ist die Todesursache nicht bekannt. Anfang der 1930er Jahre zog das Ehepaar Sittner mit dem jüngsten Sohn in die Levetzowstraße 21 und einige Jahre später in das Eckhaus Levetzow-/Jagowstraße. Als Juden die Leitung von Apotheken verboten wurde, war Max Sittner im Herbst 1936 gezwungen, seine Apotheke zu verpachten. Der Sohn Friedrich Wilhelm emigrierte nach England und ließ sich in Leicestershire nieder. Anfang Juli 1940 starb er auf See – ob er möglicherweise Soldat der britischen Marine war und im Seekrieg ums Leben gekommen ist, ist bisher nicht bekannt.

Am 1. September 1942 mussten Max und Melanie Sittner aus ihrer Wohnung ausziehen. Eine Woche lang wohnten sie im jüdischen Altersheim, bevor sie am 8. September von der Gestapo verhaftet wurden. Weitere sechs Tage später wurden sie mit dem „2. großen Alterstransport“ nach Theresienstadt deportiert. Max Sittner starb dort am 9. Dezember 1943. Seine Witwe wurde im Mai 1944 nach Auschwitz verschleppt und ermordet.


Aktuelle Recherchen haben ergeben, dass die Adresse in der Großen Hamburger Str. 31 nicht der letzte frei gewählte Wohnort von Max Sittner war.

Biografische Zusammenstellung

Julia Chaker