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Peter Driller

Peter Driller © OTFW
VERLEGEORT
Wielandstr. 15

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
15.10.2013

GEBOREN
25.11.1930 in Berlin
FLUCHT
1939 Flucht nach Belgien
DEPORTATION
am 04.04.1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Peter Driller kam am 25. November 1930 in Berlin zur Welt. Sein Vater Leon Driller, geboren am 26. Mai 1886 in Wien und österreichischer Staatsbürger, war von Beruf Schneider. Seine Mutter Estera Yasgur-Driller wurde am 11. August 1902 in Druskienniki (Litauen) geboren, ihre Eltern waren der Lederwarenhändler Salomon Yasgur und Anna Levy, beide aus Orscha (Weißrussland), sie hatte acht Geschwister. Die Familie lebte in der Gegend von Minsk.

Die Familie wohnte in der Wielandstraße 15. Leon Driller stellte Oberhemden her, im Berliner Adressbuch war er bis 1939 mit dem Zusatz „Herrenwäsche“ eingetragen. 1939, im Jahr nach der Pogromnacht, als in Deutschland und Österreich alle jüdischen Geschäfte vernichtet wurden, gelang es der Familie, nach Belgien zu flüchten. Doch nach der Besetzung Belgiens durch die deutsche Wehrmacht wurde sie entdeckt und aufgegriffen. Leon Driller ist durch die südfranzösischen Internierungslager geschleppt worden: zunächst 1940 nach Saint-Cyprien, dann nach Gurs und schließlich nach Les Milles, wo er 56-jährig am 22. Dezember 1942 ermordet wurde.

Jenny Yasgur-Driller und Peter Driller wurden in das SS-Sammellager Mechelen (Belgien) verschleppt und am 4. April 1944 in einem Zug mit 625 Menschen nach Auschwitz deportiert, der vier Tage unterwegs war. Peter ist dort im Alter von 14 Jahren umgebracht worden. Seine Mutter Estera wurde 1944, 41 oder 42 Jahre alt, ins Konzentrationslager Bergen-Belsen weitertransportiert. Dort überlebte sie und wurde im April 1945 von britischen Truppen befreit. Im KZ Bergen-Belsen (Niedersachsen) waren schätzungsweise 110 000 bis 120 000 Häftlinge untergebracht, die Zahl der Todesopfer wird auf etwa 50 000 berechnet.

Estera Yasgur-Driller fuhr „in der Hoffnung, den Mann und den Sohn zu finden, nach Belgien zurück“, berichtete Richard Schepard, der Sohn ihrer Schwester, „aber ohne Erfolg“. Sie starb 1991 mit fast 90 Jahren in New York.


Biografische Zusammenstellung

Mark Schwartz und Richard Schepard, ergänzt von Helmut Lölhöffel