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Hermann Glant

Stolperstein Hermann Glant © H.-J.Hupka, 2014
VERLEGEORT
Duisburger Str. 19

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
20.05.2014

GEBOREN
08.07.1870 in Vieksniai / Viekšniai
DEPORTATION
am 24.07.1942 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
am 26.09.1942 nach Treblinka
ERMORDET
1942 in Treblinka

Hermann Glant wurde am 8. Juli 1870 in Vieksniai (Wieksznie) / Kowno / Russland geboren, kam als kleines Kind nach Berlin und besuchte das Gymnasium zum Grauen Kloster. Nach einer kaufmännischen Lehre war er als kaufmännischer Angestellter und nach einigen Jahren als Geschäftsführer tätig. Später machte er sich selbstständig und handelte seit ca. 1925 mit Antiquitäten und Orientteppichen. Verheiratet war er mit Lina Glant, geb. Rosenberg, geboren am 13. Januar 1877 in Wusterhusen (bei Greifswald).

Mit der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde ihm die Geschäftstätigkeit erst erschwert und ab 1935 komplett verboten. Seitdem waren die Glants gezwungen, von ihrem Vermögen zu leben. Sie gaben nach 1939 ihre großzügige Wohnung in der Lauenburger Straße 7 (heute Fechnerstraße) auf und zogen in die Duisburger Straße 19. Von dort wurden sie am 24. Juli 1942 nach Theresienstadt deportiert. Am 26. September 1942 wurden Lina und Hermann Glant in Treblinka ermordet.

Das Ehepaar Glant hatte zwei Töchter, Charlotte, geboren am 14. April 1904 und Margot Ruth, geboren am 6. Dezember 1910. Beide konnten 1933 aus Deutschland auswandern. Charlotte Glant, geschiedene Kaiser, starb am 26. Juli 1946 in Manila. Margot Ruth wurde bereits in Berlin als Sängerin ausgebildet und konnte in Italien und der Schweiz unter dem Künstlernamen Margerita de Landi ihre Karriere als Opernsängerin fortsetzen, unter anderem als Solistin beim Orchester des Radio della Svizzeria Italiana. Sie heiratete den Komponisten Eduard Stämpfli und hatte eine Tochter (Ruth Barbara, geboren im Dezember 1945). Margerita de Landi-Stämpfli starb am 3. August 1976 in Lugano.


Biografische Zusammenstellung

Recherche und Text: Ralf Thielemann