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Ludwig Baruch

Ludwig Baruch © OTFW
VERLEGEORT
Fasanenstr. 60

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
22.06.2014

GEBOREN
22.05.1904 in Posen / Poznań
DEPORTATION
am 29.06.1943 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
im Jahre 1944 nach Auschwitz
ERMORDET
1944 in Auschwitz

Ludwig Baruch wurde am 22. Mai 1904 in Posen, dem heutigen Poznan, in Polen geboren. Er war mit der Stenotypistin Helga Baruch verheiratet. Diese war am 5. Februar 1915 in Dortmund als Helga Herz geboren worden. Dort muss das Ehepaar auch zeitweise gelebt haben, denn beide wurden 1943 von der Dortmunder Steinstraße 18 aus deportiert. Passende Standesamts- und Adressbucheinträge liegen nicht vor bzw. unterliegen noch der Sperrfrist. So lässt sich über das Leben des jungen Ehepaares nichts Genaues aussagen. Ludwig Baruch ist in den Berliner Adress- und Telefonbüchern als Kaufmann für Drucksachen und Bürobedarf eingetragen. In der Kreuzberger Stallschreiberstraße 18 befand sich bis zur Liquidierung 1938 das Papier- und Schreibwarengeschäft „Th. Baruch & Co., gegründet 1919“. Möglicherweise bestand hier ein familiärer und beruflicher Zusammenhang. Ludwig Baruchs Berliner Adressen waren ab 1926 die Düsseldorfer Straße 14 und ab dem 1. Januar 1936 die Fasanenstraße 60. Ob er in diesen Wohnungen allein oder mit seiner Frau gelebt hat, ist nicht bekannt.

Der 39jährige Ludwig und seine 28jährige Ehefrau Helga wurden am 29. Juni 1943 von der Gestapo aus der Dortmunder Wohnung geholt und mit dem letzten von drei Transporten aus Westfalen nach Theresienstadt verschleppt. Ausgangsort dieses Transports war Münster, er führte über Bielefeld nach Theresienstadt. Es waren die letzten 33 von insgesamt 99 jüdischen Menschen, die 1943 in das Ghetto transportiert wurden.
Ludwig und Helga Baruch mussten noch ein Jahr und vier Monate unter den unmenschlichen Bedingungen im Ghetto leben. Sie wurden gemeinsam am 23. Oktober 1944 nach Auschwitz deportiert und dort vermutlich sofort ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Karin Sievert

Weitere Quellen

Recherche und Text: Karin Sievert

Quellen:
- www.bundesarchiv.de/gedenkbuch
- Theresienstädter Gedenkbuch Holocaust.cz
- Berliner Adressbücher - Zentral- und Landesbibliothek Berlin
- Deportationslisten