Direkt zum Inhalt
Skip to content Skip to navigation

Betty Less (geb. Kamm)

Stolpersteine für Betty und Julius Less, Betty und Meyer Max Simon. Copyright: Mauren Antkowski
VERLEGEORT
Kleiststr. 31

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Schöneberg
VERLEGEDATUM
23.05.2014

GEBOREN
10.02.1893 in Berlin
DEPORTATION
am 12.01.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Betty Thina Kamm wurde am 10. Februar 1893 in Berlin geboren. Über ihre Kindheit, Jugend und ihre ersten Jahrzehnte als erwachsene Frau sind keine Details bekannt. Sie muss wohl berufstätig gewesen sein, denn sie verfügte später über eine eigene Rente. Sie heiratete 1936 den Witwer Julius Less. Dessen erste Frau Helene Less, mit der er drei Kinder hatte, war am 5. Mai 1933 im Alter von nur 45 Jahren verstorben. Das Ehepaar wohnte nun in der Wilmersdorfer Straße 98. Betty Less' Mann war seit 1935 oder 1936 an einer Kleinmöbelfabrik in der Großen Frankfurter Allee in Berlin beteiligt. Im Jahre 1938 wurde die Möbelfirma "arisiert". Um ihren künftigen Lebensunterhalt bestreiten zu können, übernahm das Ehepaar nach der Liquidation der Kleinmöbelfabrik von einem Verwandten von Julius Less eine Wohnung in der Kleiststraße 31 und vermietete die große 8 ½-Zimmerwohnung unter: Olga Littmann wohnte in einem möblierten Zimmer mit Pension für 150,-- RM, Max Neumark in einem möblierten Zimmer für 140,-- RM, Gabriel Blumenfeld in einem möblierten Zimmer für 120,-- RM und Ella Lebram in einem möblierten Zimmer, für das sie keine Miete bezahlte. Im Jahr 1938 wanderten alle drei Kinder von Julius Less aus erster Ehe noch rechtzeitig nach Palästina aus. Ab 1939 lebten auch Bettys Schwägerin Betty Simon (s. dort) und ihr Mann Meyer Max Simon (s. dort) in der Kleiststraße 31. Am 7. Januar 1942 füllte ihr Mann für sie ihre Vermögenserklärung aus. Darin merkte er an, dass sie über eine eigene Rente (Pension) verfügte. Ihr Geburtsjahr ist dort unrichtig mit 1892 anstatt 1893 angegeben. Aus der Liste mit der Angabe des Wohnungsinventars geht hervor, wie groß die Wohnung in der Kleiststraße 31 gewesen sein muss. Das Ehepaar verfügte unter anderem über zehn Kleiderschränke, neun Couches, zehn kleine Tische und 20 Stühle.
Am 12. Januar 1943 wurden Betty und Julius Less abgeholt und mit dem 26. Osttransport nach Auschwitz deportiert. Ihr weiteres Schicksal ist unbekannt. Als ihr Todeszeitpunkt wurde später der 8. Mai 1945 festgelegt.


Biografische Zusammenstellung

Museen Tempelhof-Schöneberg

Weitere Quellen

Avner Werner Less: Lüge! Alles Lüge! Aufzeichnungen des Eichmann-Verhörers. Rekonstruiert von Bettina Stangneth. Zürich-Hamburg 2012; LABO; Volkszählungsdaten 1939; Deportationsliste