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Minna Lebrecht (geb. Kallmann)

Minna Lebrecht © OTFW
VERLEGEORT
Bundesallee 111

BEZIRK/ORTSTEIL
Tempelhof-Schöneberg – Friedenau
VERLEGEDATUM
19.12.2014

GEBOREN
31.01.1863 in Argenau / Gniewkowo (Posen)
DEPORTATION
am 03.10.1942 nach Theresienstadt
ERMORDET
29.11.1942 in Theresienstadt

Minna Kallmann kam am 31. Januar 1863 in Gniewkowo (Argenau) / Posen als Tochter von Jakob und Berta Kallmann zur Welt. Sie war verheiratet mit Alexander Lebrecht, das Ehepaar hatte drei Kinder: Leo, Cäcilie (* 31.5.1884 in Dirschau) und Else (* 28. Dezember 1887), die allesamt in Dirschau/Westpreußen zur Welt gekommen waren. Die Familie lebte vermutlich dort. Wir wissen aber nicht, welchen Beruf Alexander Lebrecht ausübte. Am 10. Januar 1920 wurde Dirschau nach 148jähriger preußischer Herrschaft wieder polnisch und hieß jetzt Tcew. Der Anteil der deutschen Bevölkerung verringerte sich danach drastisch und betrug 1939 nur noch rund neun Prozent. Möglicherweise gab dieser Umstand sowie der Tod ihres Mannes für Minna Lebrecht den Ausschlag, nach Berlin zu ziehen. Mutmaßlich starb ihr Mann 1925. Minna Lebrecht wohnte ab 1926 bei ihrer Tochter Cäcilie Ascher in die Sanderstraße 14 in Neukölln. Anfang oder Ende der 1930er Jahre zog sie zu ihrer jüngeren Tochter Else Ascher (s. dort) und deren Mann, Weingroßhändler Moritz Ascher, in die Kaiserallee 111 (heute: Bundesallee 111). Das kinderlose Ehepaar lebte dort seit 1938 in einer Vierzimmer-Wohnung, vorher hatte es seine Wohnung in der Steglitzer Bergstraße 22. Kurz vor ihrer Deportation siedelte man Minna Lebrecht nochmals um. Sie musste zwangsweise in die Markelstraße 51 in Steglitz ziehen.
Mit dem 3. großen Alterstransport vom 3. Oktober 1942 wurde Minna Lebrecht nach Theresienstadt verfrachtet. Dort starb sie nur wenig später, am 29. November 1942 um 6.30 Uhr in Zimmer 114, laut Todesfallanzeige an Altersschwäche (Marasmus).
Mit dem 26. Transport vom 12. Januar 1943 deportierte man auch Minna Lebrechts Tochter Else und ihren Mann Moritz nach Auschwitz, wo sich ihre Spur verliert. Vorher hatten die Aschers noch ab Oktober 1942 zur Untermiete in der Stübbenstraße 1 gewohnt. Minnas Tochter Cäcilie, die mit Oskar, einem Bruder von Moritz Ascher, verheiratet gewesen war, wurde am 14. November 1941 mit dem 5. Transport nach Minsk deportiert und überlebte ebenfalls nicht. Für sie und ihren Mann liegen Stolpersteine in der Sanderstraße 14 in Neukölln. Minna Lebrechts Sohn Leo überlebte.


Biografische Zusammenstellung

Dr. Judith Hahn

Weitere Quellen