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Irma Marcus (geb. Scheinberger)

Stolperstein für Irma Marcus © OTFW
VERLEGEORT
Thomasiusstraße 26

BEZIRK/ORTSTEIL
Mitte – Moabit
VERLEGEDATUM
08.08.2014

GEBOREN
26.03.1907 in Düsseldorf
ZWANGSARBEIT
bei
Bernhard Liening in Weissensee, Generalstr. 8/9
DEPORTATION
am 05.09.1942 nach Riga
ERMORDET
08.09.1942 in Riga

Über die gebürtige Düsseldorferin Irma Marcus ist wenig bekannt. Ihr Vater hieß Alois Scheinberger. Irma Marcus hatte eine ältere Schwester Erna, die zusammen mit ihrem Mann, Dr. Alois Nagler, einem renommierten Theaterhistoriker, in die USA emigrieren konnte.

Irma Marcus und ihr Ehemann Kurt wohnten zunächst als Untermieter in einer großen 6-Zimmerwohnung in der Thomasiusstraße 26. Nachdem die Hauptmieterin, Louise Levy, bereits 1941 deportiert worden war, übernahmen die Marcus die große Wohnung. In diesen Jahren der Rechtlosigkeit für Juden wurde ihr Zuhause jedoch rasch in eine so genannte Judenwohnung umfunktioniert; Irma und ihr Mann wurden gezwungen, mehrere Zimmer in ihrer Wohnung an solche Juden zu vermieten, die ihr eigenes Zuhause an Nichtjuden abtreten mussten.

Zu dieser Zeit musste Irma Marcus Zwangsarbeit leisten. Sie versuchte vergeblich, ihrer Schwester Erna und deren Mann Kurt in die USA zu folgen.

Als sich 1942 abzeichnete, dass auch Irma und Kurt Marcus deportiert werden sollten, tauchte Irmas Mann unter. Er gilt seither als verschollen und wurde vermutlich auf der Flucht von den Behörden umgebracht.

Irma Marcus wurde im Alter von 35 Jahren am 5. September 1942 nach Riga deportiert und dort gleich nach ihrer Ankunft ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Ursula Schwarz, Übersetzung Judith Elam