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Leonhard Lewy

Stolperstein für Leonhard Lewy. Foto: OTFW
VERLEGEORT
Kamminer Str. 2

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
11.06.2015

GEBOREN
15.10.1885 in Berlin
DEPORTATION
am 10.01.1944 nach Theresienstadt
WEITERE DEPORTATION
im Jahre 1944 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Leonhard Lewy wurde am 15. Oktober 1885 in Berlin geboren. Ab 1936 wohnte er zusammen mit seiner Frau als Mieter im Haus Kamminer Straße 2. Er war Kaufmann von Beruf. Später war er Untermieter eines Zimmers in der ehemaligen Wohnung von Hanna Lewin im ersten Stock, die jetzt als „Judenwohnung“ bezeichnet wurde.

Er war Sohn des Kaufmanns Salomon Lewy und von Rifke, geborene Abraham. 1912 wohnte er in der Beuthstraße 6 und heiratete die Sekretärin Agnes Anna Gertrud Mirus, geboren am 7. Januar 1882 in Berlin, die aus der Voltastraße 38 kam. Sie war die Tochter des städtischen Bezirksgärtners Ferdinand Hermann Rudolf Mirus und seiner Frau Augustine Wilhelmine und evangelisch.

Leonhard Lewy wurde spät, erst am 11. Januar 1944, von Berlin nach Theresienstadt deportiert. Die Abfahrt vom Anhalter Bahnhof war wegen Bombenangriffen etwas verzögert. Es handelte sich um einen Transport, in dem Personen deportiert wurden, die in von den Nazis sogenannten „privilegierten Mischehen“ lebten. Der Verlust des Schutzes entstand, weil seine „arische“ Frau am 5. Januar 1942 gestorben war.

Im Mai 1944 hat er seiner Tochter Rita Bonnet eine Karte geschrieben. Danach ist er am 28. Oktober 1944 nach Auschwitz weiterdeportiert worden. Dort wurde er ermordet. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat die Tochter aus Paris an die jüdische Gemeinde in Berlin geschrieben, um Nachrichten über das Schicksal des Vaters zu bekommen, erst dann erfuhr sie über seinen Tod.

Nach der Deportation von Hanna Lewin und ihrer Tochter Ilse Goldschmidt wurde, wie erwähnt, ihre Wohnung in eine sogenannte „Judenwohnung“ umfunktioniert. Die Familie Ernicke/Samson aus Treptow, Moosdorfstraβe 3, wurde hierher zwangsumgesiedelt. Auch diese Familie hatte „Mischlingsstatus“, weil der gestorbene Vater „Arier“ und evangelisch war. Außer der Mutter Edith Ernicke gehörten zur der Familie zwei Töchter, Ursula und Eva Ingeborg, und ein Sohn Karl Kurt sowie deren Großmutter Bertha Samson geb. Herzberg, geboren am 11. Oktober 1876 in Sachsenhagen (Niedersachsen). Sie wurde am 24. April 1943 in Theresienstadt und Karl Kurt Ernicke im April 1945 in Ohrdruf, einem Nebenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, ermordet. Zum Gedenken an sie sollen Stolpersteine in Treptow verlegt werden, wo ihr letzter freiwilliger Wohnort war.


Biografische Zusammenstellung

Allan Henriksen