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Margarete Aronhold (geb. Stransky)

Stolperstein Margarete Aronhold © OTFW
VERLEGEORT
Knesebeckstr. 31

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
23.03.2014

GEBOREN
02.06.1887
TOT
12.09.1939 in Berlin

Margarete Aronhold, geb. Stransky war die Tochter des Kaufmanns Salomon Stransky und seiner zweiten Frau Lotti, die beide in Prag lebten. Sie wurde am 2. Juni 1887 in Prag geboren. Sie hatte eine jüngere Schwester, Elsa, und vier weitere ältere Halbgeschwister aus der ersten Ehe ihres Vaters mit Pauline Harpner: Irma Josefa Abarbanell, Melanie Stransky, Klementine Stransky und Oskar Stransky.

In jungen Jahren zog Margarete nach Berlin und wohnte in der Münchener Straße in der Nähe der Synagoge und zog später in die Passauer Straße 39 am KaDeWe, wo sie als Directrice arbeitete. Hier lernte sie auch ihren späteren Mann Richard Aronhold, Vertreter für Lingerie, kennen.
Beide heirateten am 9. Januar 1914 und zwei Jahre später wurde ihr einziges Kind Doris Ingeborg Aronhold geboren. Die Familie zog nach Berlin-Westend in die Kastanienallee und später in die Knesebeckstrasse 31.

Margarete ging ganz in ihrem Dasein als Hausfrau und Mutter auf, spielte leidenschaftlich gern Bridge und wurde als "Bridge-Queen vom Kurfürstendamm" bezeichnet. Tiere waren bei Familie Aronhold immer wichtig: Ob Schildkröten, Kanarienvögel oder das handzahme Eichhörnchen Peterle, das täglich zu Besuch in die Küche kam. Ihre Tochter Doris erzogen sie zu einem tierliebenden Menschen.

Bevor sich Margarete 1937 aufgrund der Bedrohung durch den nationalsozialistischen Staat zur Trennung von ihrer einzigen Tochter gezwungen sah, konnte sie ihr noch zu einer Ausbildung im Modegewerbe verhelfen. Und sie sah, wie Doris sich in Werner Cohen verliebte und diesen im Frühjahr 1937 heiratete. Das junge Paar flüchtete im Herbst auf dem Schiff „Caribia" nach Kolumbien.

Zurück blieb eine gebrochene Mutter, die zudem unheilbar an Krebs erkrankt war. Vermutlich wurden ihr als Jüdin sogar die dringend notwendigen Medikamente verweigert. Ein Jahr später musste ihr Ehemann sie allein zurücklassen und nach Prag zu seiner Schwägerin Elsa fliehen. Margarete starb an den Folgen ihrer Krebserkrankung am 12. September 1939 und wurde auf dem Jüdischen Friedhof in Berlin Weißensee beigesetzt. Wie aus Dokumenten des Friedhofs hervorgeht, war sie inzwischen mittellos und wurde von einer Freundin aus dem Ausland unterstützt. Vielleicht ihre Tochter in Kolumbien? Wir wissen es nicht.

Für eine ganze Weile lebte ihre Halbschwester Irma Abarbanell, geb. Stransky, geboren am 7. Oktober 1882 in Prag, im Nebenhaus in der Knesebeckstrasse. Irma wurde am 14. November 1941 nach Minsk deportiert und ermordet.


Biografische Zusammenstellung

Sue Arns, Enkelin (Berlin), die ihre geliebte Großmutter nie kennenlernen durfte.