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Gertrud Hoffmann (geb. Aronhold)

Stolperstein für Gertrud Hoffmann, Foto: Stolpersteine-Initiative CW, Hupka
VERLEGEORT
Zähringerstr. 25

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Wilmersdorf
VERLEGEDATUM
23.03.2014

GEBOREN
07.07.1887 in Berlin
DEPORTATION
am 18.10.1941 nach Łódź / Litzmannstadt
WEITERE DEPORTATION
im Jahre 1942 nach Chełmno / Kulmhof
ERMORDET
08.05.1942 im Chełmno / Kulmhof

Gertrud Hoffmann geb. Aronhold wurde am 7. Juli 1887 in Berlin geboren. Sie hatte drei Geschwister: Elise (geboren am 1. März 1870, verheiratet mit Max Moeser, ermordet in Theresienstadt am 15. April 1943), Martin (geboren am 1. März 1871, gestorben am 11. März 1947 in Berlin, beerdigt in Weißensee) und Richard (geboren am 21. Januar 1878, ermordet am 9. April 1942 in Lodz).

Ihren ersten Mann Lucian Bernhard, damals noch Emil Kahn, heiratete Gertrud 1905 in Berlin, eine Tochter Ruth wurde 1905 geboren, 1909 ließen sie sich scheiden. Gertrud heiratete wieder, aus ihrer zweiten Ehe mit Valentin Hoffmann ging die Tochter Esther Mildred hervor. Ruth folgte bereits in den 1920er Jahren ihrem Vater Lucian Bernhard in die USA und Esther Mildred konnte in den späten 1930er Jahren aus Deutschland flüchten. 1939 war Gertrud Hoffmann als Witwe im Adressbuch eingetragen, sie wohnte weiter in der Zähringerstraße 25 in Charlottenburg.

In diesem Haus lebten zu der Zeit 14 jüdische Männer und Frauen. Eine von ihnen, Ella Heimann, geboren am 19. Dezember 1898 in Greifswald, beging am 5. März 1943 Selbstmord, nachdem alle anderen 13 verschleppt worden waren. Sie war bei Gertrud Hoffmann Untermieterin gewesen.

Bevor sich Gertrud Hoffmann in der Sammelstelle in der Levetzowstraße 7-8, einer fast unzerstörten Synagoge, zur Deportation registrieren musste, zog sie noch zwangsweise nach Wilmersdorf in die Ludwigkirchstraße 11a um. Sie wurde am 18. Oktober 1941 in einer langen Kolonne mit etwa 1000 Menschen durch teilweise dicht bewohnte Stadtgebiete sieben Kilometer weit zu Fuß mit kleinem Gepäck zum Bahnhof Grunewald getrieben. Vom Gleis 17, das heute ein Mahnmal ist, wurde sie mit dem allerersten von Berlin abgehenden Deportationszug nach Lodz gefahren, das damals von den Nationalsozialisten besetzt und in Litzmannstadt umbenannt worden war. Sie musste sich in das dortige Ghetto drängen und wurde am 8. Mai 1942 ins etwa 60 Kilometer entfernte Chelmno gebracht, wo sie ermordet worden ist.

Ruth Bernhard wurde eine bekannte Fotografiekünstlerin in den USA, sie starb 2006. Esther Mildred Hoffmann (Geburtsdatum unbekannt) emigrierte Ende der 1930er Jahre nach Glendale in Kalifornien und starb in Tennessee. Sie stand mit ihrer Halbschwester Ruth ihr Leben lang in Kontakt.

Einer der Brüder, Richard Aronhold, war verheiratet mit Margarete Aronhold geb. Stransky, die beiden hatten eine Tochter, Doris Ingeborg.

Zur Familiengeschichte siehe http://www.aronhold.de/index_de.htm


Biografische Zusammenstellung

Helmut Lölhöffel mit Informationen von Sue Arns, der Tochter von Doris Ingeborg Blumenthal geb. Aronhold