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Frieda Czarlinski

Stolperstein für Frieda Czarlinski, Foto: OTFW
VERLEGEORT
Droysenstraße 18

BEZIRK/ORTSTEIL
Charlottenburg-Wilmersdorf – Charlottenburg
VERLEGEDATUM
07.04.2016

GEBOREN
09.01.1862 in Bordzichow (Westpreußen) / Borzechowo
DEPORTATION
am 03.03.1943 nach Auschwitz
ERMORDET
in Auschwitz

Die Schwestern Henriette und Frieda Czarlinski stammten aus Westpreußen. Henriette wurde am 20. Juli 1866 in Groß Schliewitz im Kreis Tuchel (heute: Śliwice / Polen) geboren, Frieda am 9. Januar 1862 in Bordzichow im Kreis Preußisch Stargard (heute: Borzechowo / Polen). Über das Leben der Schwestern wissen wir nicht viel. Ebenso wenig wissen wir, ob der Charlottenburger Stadtverordnete Siegfried Czarlinski, geboren am 25. März 1887 in Preußisch Stargard, ermordet am 18. Mai 1944 im Lager Großbeeren, ein Verwandter war. (Siehe Stolperstein für Siegfried Czarlinski http://www.berlin.de/ba-charlottenb...)
Nach Auskunft des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ist als Dokument für Frieda und Henriette Czarlinski nur eine Karteikarte der „Vermögensverwertungsstelle“ zu finden, auf der vermerkt worden ist, dass es zu beiden Schwestern keine Akte mehr gab.
Frieda und Henriette Czarlinski wurden am 3. März 1943 mit dem von den nationalsozialistischen Deportationsbehörden so genannten „33. Osttransport“ in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Mit 81 Jahren (!) war Frieda Czarlinski die älteste Bewohnerin des Hauses Droysenstraße 18, die deportiert wurde. Über den Todestag der beiden Schwestern gibt es keine Auskunft. Vielleicht haben sie den grausamen Transport nicht überlebt oder sie wurden gleich bei ihrer Ankunft in Auschwitz ermordet.
Da für Frieda Czarlinski als letzter Wohnsitz das von den Nazis beschlagnahmte ehemalige jüdische Altersheim Blumes Hof 15 in Tiergarten angegeben ist und Henriette Czarlinski die letzen Tage vor der Deportation noch zum Umzug in das Haus Mommsenstraße 65 gezwungen wurde, ist zu vermuten, dass die beiden 81 und 76 Jahre alten Frauen bereits am 12. Januar 1943 aus dem Haus Droysenstraße 18 zur Deportation abgeholt wurden, aber erst am 3. März 1943 deportiert und ermordet worden sind.


Biografische Zusammenstellung

Franziska Eichstädt-Bohlig

Weitere Quellen

Auskunft der Hausverwaltung; Dokumentation zum Schicksal der Bewohner/innen des Hauses (Nach den Recherchen von Monika Herz standen die Schwestern bereits am 12.1.43 auf der Deportationsliste. Sie wurden aber erst am 3.3.1943 deportiert, wie das Bundesarchiv festgehalten hat.)